Neue ZX80 Platinen?

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PokeMon
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Re: Neue ZX80 Platinen?

Beitrag von PokeMon » 01.02.2013, 23:27

petersieg hat geschrieben:Hmm. Die 2 'Lager' sind mir aus vielen Diskussionen dazu bekannt.
Die wirst du NIE zusammenbringen!!

Lager 1: Möglichst 100% am Original! Keine Kompromisse. = 2532 ROM/Eprom, 2x2114 Rams, Modulator etc.pp
Lager 2: Identische Funktion & Aussehen; nahe am Original mit aktuellen Anpassungen. = 2732/64 Eprom. 6116/6264 etc. SRam. Videoausgang anstatt TV. etc.pp

(74181 ALU gibts übrigens immer noch zu kaufen -> robotrontechnik Forum)
Also die ALU's sind kein Problem.

http://www.findchips.com/avail?part=74ls181

Und wer ernsthaft LS Typen aus 80er Produktionsjahren haben will, hat für mich nicht mehr alle Latten auf dem Zaun, um es mal deutlich zu sagen.

Meine Definition zu Lager 1: Hohe Ansprüche von Bastlern, die selten was auf die Kette bekommen. Da gibt's nur immer lafer palaber. Tausend Wünsche aber dabei bleibts meistens auch. Ich sag das mal so deutlich, auch und gerade weil ich damit einigen auf die Füße steige. Ist mir aber im Grunde egal.

Und die meisten von Lager 1 arbeiten nächtelang mit Emulatoren, rüsten ihre ZX Kisten mit zig extra moderner Hardware wie ZXpand, internen Speicheraufrüstungen, DivIDE und was weiß ich nicht noch alles auf und nennen sich dann pure Retro-Isten. Ja wenn sie meinen, mir soll's recht sein.
Medusa hat PN und ansonsten ist das Thema hier für mich erledigt. Warten vielleicht einige auf die Version 2.0 von Grant, dürfte ja wenige Monate nach 1.9 kommen und da sind dann vielleicht ein paar Leiterbahnführungen noch exakter am Original. 8)
Wer seinen Computer ehrt, lebt nicht verkehrt.

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Paul
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Re: Neue ZX80 Platinen?

Beitrag von Paul » 02.02.2013, 13:44

Damit kein Missverständnis aufkommt.
An einer Replik auf Basis von Grant 1.1 habe ich nur deshalb keinen Bedarf weil ich den schon habe.
Die Variante von Lee habe ich weil die Tastatur super ist und zusätzlich zum Sinclair Extension Bus auch noch einen Doppelreihigen Wannenstecker mit den gleichen Anschlüssen hat was zum basteln wirklich einlädt. Außerdem war er damals der einzige den man kaufen konnte.
Sollte Pokemons Variante irgendwelche anderen Eigenschaften haben die ich nutzen kann bin ich auch gerne dabei. :mrgreen:
Also von meiner Seite nichts gegen Neuerungen :wink:
Und viel wollen will ich immer! Z.B. ein stabiles Bild 8)
Und das ich nix auf die Reihe kriege, ich versuche mich zu bessern :oops:
Und nein, ich bin weder beleidigt noch eingeschnappt und will euch auch nicht auf die Füsse treten.
Ich finde es toll wenn etwas zu Stande kommt :!:

Liebe Grüsse
Paul
Theoretisch ist zwischen Theorie und Praxis kein Unterschied.
Praktisch allerdings wohl.

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medusa
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Re: Neue ZX80 Platinen?

Beitrag von medusa » 02.02.2013, 22:05

Warum ZX80...

Ich möchte mal ein paar Gedanken dazu freien Lauf lassen, wieso eigentlich der ZX80 offenbar so eine große Nachbau-Fangemeinde hat. Nein, eigentlich werden die Gründe für viele wohl andere sein, aber warum will ich das? Liegt's daran, daß die Jugenderinnerungen daran kleben? Bei mir sicher nicht, denn ich hatte einen ZX81, weil der billiger war, und nannte erst sehr spät einen ZX80-Bausatz mein Eigen (den ich, obwohl fast fertiggebaut, nie benutzt habe). Und ehrlich gesagt, den ZX81 würde ich auch nicht unbedingt heutzutage nachbauen. Selbst wenn ich dessen Chips noch hätte. Hab ich sogar, bis auf die ULA2C184E. Und offenbar gibt es auch andere, die das so sehen, denn es gibt jede Menge aufgebohrte ZX81-Abkömmlinge, die nachgebaut werden, aber keine nachgebaute ZX81-Originalplatine. Ich hab bei meiner Webrecherche jedenfalls keine gefunden.

Denn das Arbeiten mit den Zetties war ja nun ganz ehrlich nicht die reine Freude. Das Fernsehbild vor der Nase flimmerte und war verwaschen grauweiß, die Tastaturfolie war zum Abgewöhnen, BASIC nicht meine bevorzugte Programmiersprache, und den vorhandenen Speicher als knapp zu bezeichnen ist eher ein Kompliment. Sowas wünsche ich mir sicher nicht zurück, aus der heutigen Perspektive eines 64bit-Quadcore, der noch einen HD-Grafikbooster dabei hat. Und der sich, nebenbei bemerkt, bequem im Sitzen bedienen läßt, und nicht im Knien auf dem Wohnzimmerfußboden.

Warum hatte ich dann einen? Ich wollte unbedingt irgendeinen Computer, und ein ZX war der einzige, den ich haben konnte.

Was ist es dann? Der ZX80 war eher seltener als der ZX81 anzutreffen, und er ließ sich nach Erscheinen des schwarzen Bruders auch nicht vollständig auf dessen Niveau ausbauen. Ist es, weil er immer seltener und teurer wird? Ich hatte als Kind eine Briefmarkensammlung und habe mir auch die "Blaue Mauritius" möglichst originalgetreu nachgemalt, weil die selten und teuer war; würde ich aber heute wohl kaum noch tun.

Was also dann? Ich denke, es ist die konzeptionelle Einfachheit, die hinter dem Entwurf steckt. Der ZX80 ist wahrscheinlich der einfachste Rechner mit Hochsprache und Videoausgang, den man sich vorstellen kann, wenn man es mal auf die Ebene von logischen Gattern herunterbricht. Klar paßt sowas heutzutage in einen FPGA, aber in den 1980er Jahren war es absoluter Wahnsinn, daß jemand einen mikroprozessorbasierten Desktop-Rechner aus nur 21 Chips konstruierte, von denen man damals so ungefähr 17 sofort in dem kleinen Radioladen an der Ecke bekommen hätte (und für die restlichen 4 hätte man auch nur bis in die nächstgrößere Stadt fahren müssen).

Ich erinnere daran, daß das die Zeit vor den Büro-PCs war, in der man für einen ebenfalls nur in BASIC programmierbaren Apple 2 ungefähr 5000 DM hinlegen mußte. Das waren mehr als zwei Monatsverdienste meines Vaters. Mobil telefonieren konnte bestenfalls der Bundeskanzler von seiner Staatskarosse aus (wenn deren Batterie solange mitmachte). Ein Computer war zu der Zeit etwas, mit dem die meisten Leute ein Objekt in der Größe eines Wohnzimmerschrankes assozierten und über dessen Preis man besser gar nicht nachdachte. Da macht's Plopp und der Sinclair kommt mit einem Computer im Umfang eines Elektronikbausatzes für Jugendliche raus, und zwar eines Computers mit Tastenimitationen und dem vorhandenen heimischen Fernseher als Bildschirm, für dessen Programmierung man kein Mathematikstudent sein mußte. Klar hinterließ das einen bleibenden Eindruck wie nichts anderes mehr danach.

Für mich ist dieses Konzept deshalb auch die Herangehensweise an die ZX80-Restaurierung. Es geht um das simple Schaltbild von 1980, das Geschichte gemacht hat, und es ist mir wichtig, den Ausdruck seines Konzeptes zu erhalten. Wenn im Zuge der Restaurierung Anpassungen an moderne Arbeitsprozesse und Bauteile notwendig sind, dann ist das akpeztabel, aber ich muß weder eine exakte Kopie haben (das hätte was von Fälschung für mich, weil sie eben nicht von damals ist), noch eine aufgebohrte Version, die alles das hat, was man sich damals in seinen feuchten Träumen gewünscht hat, das aber nie erreichbar war.

Der ZX80 ist Geschichte, die ich Interessierten gerne vorführen können möchte (immerhin hab ich das Alter einer Oma erreicht, auch wenn ich weder eigene Nachkommen habe noch Großnichten und -neffen). Ich möchte aber nicht zeigen können, was hätte sein können, sondern WAS WAR, und zwar mit den Unzulänglichkeiten eines schlechten Fernsehbildes, einer schlechten winzigen Folientastatur und eines kaum nennenswerten Speichers. Deshalb kommen die neuzeitlichen Weiterentwicklungen und Erweiterungen für mich nicht in Frage.
Ich bezweifele auch, daß die Kids von heute, die mit ihrem Handy in HD im Web surfen, verstehen können, warum einige von uns das unbedingt mit so einem aufgepoppten ZX81-ähnlichen Nachbau tun wollen.

Ok,... Nachdem ich meine Gedanken hier so ausführlich entwickelt und reflektiert habe, möchte ich euch andere dazu einladen, für euch mal zu überlegen, was für eine Art von ZX80-Nachbau ihr euch eigentlich vorstellt.

~medusa.
PDP-11: 012700 176500 012760 000100 000000 000777.
68000: 4E71?
VAX: D450 908051 11FB!
Alpha: 47E8404 A4240000 A4440008 40220400 B404000C...

Kai
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Re: Neue ZX80 Platinen?

Beitrag von Kai » 03.02.2013, 13:34

Für mich ist dieses Konzept deshalb auch die Herangehensweise an die ZX80-Restaurierung. Es geht um das simple Schaltbild von 1980, das Geschichte gemacht hat, und es ist mir wichtig, den Ausdruck seines Konzeptes zu erhalten. Wenn im Zuge der Restaurierung Anpassungen an moderne Arbeitsprozesse und Bauteile notwendig sind, dann ist das akpeztabel, aber ich muß weder eine exakte Kopie haben (das hätte was von Fälschung für mich, weil sie eben nicht von damals ist), noch eine aufgebohrte Version, die alles das hat, was man sich damals in seinen feuchten Träumen gewünscht hat, das aber nie erreichbar war.
Genau so! Die Nachbauten mit FPGAs und Controllern haben aber auch ihren eigenen Reiz, keine Frage. Da muss man jetzt aber keine Weltanschauung draus machen. Das ganze ist Hobby und als solches muß es für mich a) Spaß machen und b) finanziell vertretbar sein. Genau deswegen ätze ich meine Platinen gern selber, denn die Ausrüstung dazu habe ich nun einmal und die kostet nix mehr.

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Re: Neue ZX80 Platinen?

Beitrag von PokeMon » 03.02.2013, 15:00

Paul hat geschrieben:Und viel wollen will ich immer! Z.B. ein stabiles Bild 8)
Und das ich nix auf die Reihe kriege, ich versuche mich zu bessern :oops:
Und nein, ich bin weder beleidigt noch eingeschnappt und will euch auch nicht auf die Füsse treten.
Ich finde es toll wenn etwas zu Stande kommt :!:

Liebe Grüsse
Paul
Vielleicht könntest Du ein "bezahlbares" Gehäuse für den ZX80 irgendwie beisteuern.
Vielleicht hängst Du Dich da noch mal rein.
Mir persönlich ist 100 EUR ja immer noch deutlich zu teuer ...

Ansonsten kriege ich beim Anblick von einigen der letzten Postings hier halt immer die Krise.
Alles dreht sich im Kreis. Und da will da auch noch einer Produktionschargen aus den 80ern einsetzen. :shock:
Man kann die neuen Chips auch wunderbar im Backofen altern, 45 Tage bei 80 Grad Celsius entspricht ungefähr 30 Betriebsjahre. :P
Oder so.
Ich meine wer halt unbedingt auch mal nach ein paar Jahren den ZX80 wieder reparieren möchte. :mrgreen:
Wer seinen Computer ehrt, lebt nicht verkehrt.

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Re: Neue ZX80 Platinen?

Beitrag von msch » 08.02.2013, 16:10

Hallo,

also mich würde ein Replika-Bausatz ebenfalls interessieren und ich denke, das geht vielen so.

Die AX81/AX82 Projekte finde ich auch super spannend.
Leider ist es bei mir mit SMD-Löterei nicht weit her (wie macht man das, bei derart winzigen Kontakten???), aber konventionelle Bauteile löten traue ich mir durchaus zu ;-)

Wäre es nicht eine tolle Sache, wenn hier im Forum ein Replika-Projekt geboren würde?

Beste Grüße

Mathias
manche meinen lechts und rinks kann man nicht velwechsern.
werch ein illtum! (lichtung, Ernst Jandl)

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