ZX-Backplane

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siggi
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Re: ZX-Backplane

Beitrag von siggi » 11.02.2017, 13:01

Oha, ich habe gerade gesehen, daß schon im Schaltplan der Widerspruch ist:
ÜBER dem Stecker P1 steht "female", UNTER dem Stecker "male"!

Ist das Problem vielleicht dadurch entstanden, daß es beim Reichelt (und in Deiner Bibliothek) keine "female angled" Stecker in der Bauform C gibt?
Die gibt es aber in der "inversen" Bauform R: https://www.reichelt.de/Messer-Federl-D ... &OFFSET=16&

Die passen zu Bauform C und sind halt mechanisch anders rum. Allerdings sind m.W. die Pins auch andersrum numeriert!

M. E. müsste auf die Platine links ein abgewinkelter "male" Stecker der Bauform C sein, recht ein abgewinkelter "female" Stecker (gibt's halt wohl nur in der Bauform R). So war das wohl auch mal im Schaltplan vorgesehen, richtig?

Gruß
Siggi

Edit: Nachtrag: bei der "Kartenverlängerung" besteht ja die gleiche Problematik. Auch da müssen vorn und hinten abgewinkelte "male" und "female" Stecker sein und das Layout nur parallele Leitungen haben (wie Backplane)
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Re: ZX-Backplane

Beitrag von tokabln » 11.02.2017, 15:11

Hallo siggi,

Danke für Deine Rückmeldung. Das Problem sitzt wohl vor dem Computer. Ich musste mir die Footprints selber erstellen, da es keine mit entsprechenden Montagebohrungen gibt. Dabei muß ich wohl irgendwann bei den Pins durcheinander gekommen sein. Ich werde das alles nochmal überprüfen und entsprechend korregieren.
Lieben Gruß Torsten
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Re: ZX-Backplane

Beitrag von tokabln » 11.02.2017, 16:58

Also ich hab jetzt mal geschaut wo das Problem wohl liegt und dabei bin ich auf folgendes gestossen.

Nehme ich eine gewinkelte Messerleiste und stecke diese auf eine nicht gewinkelte Federleiste verbinden sich auf beiden Seiten z.B. jeweils über PIN A1

Nehme ich hingegen beide Leisten als gewinkelt, dann liegt PIN A1 der Messerleiste auf PIN A32 der Federleiste und vice versa. Das hat mich wohl verwirrt. Demnach müssen die Federleistenzuordnungen auf dem Bus Driver von z.B. dem linken Messerleistenanschluß A1 aud den rechten Federleistenanschluß A32 gehen. Das ist das was nicht passiert und deshalb die Kreuzungen.

Merke... gewinkelte Feder- / oder Messerleiste auf gerade Messer- / oder Federleiste = 1:1 Kontaktierung von z.B. A1 zu A1
Gewinkelte Feder- / oder Messerleiste auf gewinkelte Messer- / oder Federleiste = 1x1 Kontaktierung von z.B. A1 auf A32.

Das muß ich hierbei berücksichtigen wenn ich meine selbsterstellten Footprints und Bauteile überarbeite.
Lieben Gruß Torsten
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Re: ZX-Backplane

Beitrag von siggi » 11.02.2017, 17:02

Hi Torsten
es ist nicht so ganz einfach, bei den Steckern (auch noch wenn sie um die Ecke gehen müssen) die Übersicht zu behalten, was wo ist. Bei meinen einfaches Busplatinen habe ich auch grübeln müssen, bis es gepaßt hat. Hier die Beispiele:

Mini-Busplatine mit 2 Slots: direkt (also 1:1-"Verdrahtung") am ZX81:
P1110807_640x480.JPG
P1110807_640x480.JPG (87.58 KiB) 459 mal betrachtet
Mit real existierenden Steckern steht die Mini-Backplane dann senkrecht. Will man die waagrecht kriegen, könnte man am Zeddy einen gewinkelten Stecker einstecken. Dann liegt die Backplane waagrecht, aber da dann alles um 90° nach links gedreht wird, gehen gesteckte Platinen nach unten. Man müßte dann also ein Loch in den Schreibtisch sägen :wink:

Mit der größeren Backplane habe ich das vermeiden wollen. Damit diese waagrecht liegen kann, habe ich einen female-Stecker vom Typ R VON UNTEN bestückt. Um wieder auf einen "male"-Stecker zum Anschluß an den Zeddy zu kommen, habe ich einen vom Typ R mit langen Pins in den female gesteckt. Dann passt es wieder 1:1 an den Zeddy.
P1110808_640x480.JPG
P1110808_640x480.JPG (81.52 KiB) 459 mal betrachtet
Das gleiche Problem hast Du an Deiner Backplane: wenn Du es dort nicht genauso machst, sondern "einfach" einen gewinkelten "male" Stecker von oben (wo auch die Karten gesteckt werden) haben willst, dann bist Du dort nicht mehr 1:1, sondern mußt alle Leiterbahnen kreuzen, damit es wieder mit der Pinbelegung passt! Und da nicht links oder rechts und vorne oder hinten verwechseln ...

Gruß
Siggi
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Re: ZX-Backplane

Beitrag von tokabln » 11.02.2017, 17:06

Hallo Siggi,

ja Danke... hab ich jetzt auch mitbekommen. Ich versuche gerade meine selbstgebauten Libraries anzupassen, dann sollte alles gehen.
Lieben Gruß Torsten
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Re: ZX-Backplane

Beitrag von PokeMon » 11.02.2017, 21:04

Also es gibt die Steckverbinder A-C sowohl männlich als auch weiblich sowohl gerade als auch abgewinkelt. Die Pin Nummerierung ist bei weiblichen und männlichen Steckern jeweils spiegelverkehrt, weil sie sonst nicht zusammenpassen würden. Ob der Stecker gerade oder abgewinkelt ist, ist dabei egal. Wichtig ist auch immer die Bestückungsposition (Bestückung- oder Lötseite). Pin 1 ist bei Buchsen links oben und bei Steckern rechts oben. Jeweils von Bestückungsseite aus gesehen. Wenn ich ihn z.B. auf die Lötseite platziere, ist es wieder spiegelverkehrt. Sonst würde es ja nicht passen. :wink:

Als Platinenlieferanten kann ich diesen hier empfehlen:
http://www.pcbway.com

Zuverlässig, schnell und preisgünstig. Versandkosten sind zwar höher aus China dafür aber die Platinen deutlich preisgünstiger. Unter Umständen kommt noch MWSt. dazu. Kommt drauf an, wie die versenden und welche Mengen resp. welcher Warenwert deklariert wird. 20 Europakarten 100x160mm würden da etwa 100 US$ kosten ohne MWSt. Also rund 5 EUR pro Platine. Bei 10 Stück ist es nur minimal günstiger.

Vielleicht ist es sinnvoll, einen Prototypen machen zu lassen, das könnte man dann fast in D machen lassen, Kosten um die 50 EUR inkl. MWSt. plus Versand für eine Europakarte. Dann tut man sich vielleicht mit der Bestellung von 20 Stück leichter, wenn man weiß, dass alles funktioniert wie geplant. Die Kosten kann man ja später umlegen für den Prototypen.

https://www.multi-circuit-boards.eu/pre ... atten.html

Die 20 Stück bekommt man sicherlich voll, denke ich. :wink:
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Re: ZX-Backplane

Beitrag von tokabln » 12.02.2017, 16:15

Nachdem ich noch etliche Probleme mit meinem selbst kreierten ZX-Stecker (Kombination aus entweder VG64 Male oder ZX-Stecker an Pads gelötet) hoffe ich nun wirklich alle Verbindungen richtig platziert zu haben.

@Siggi, Joachim, Karl: wenn Eure Zeit es zulässt, dann schaut doch bitte mal über den beigefügten Schaltplan, das PCB Layout sowie das PCB Layout inkl. Leiterbahnen und Bohrungen für 10mm Abstandshalter zur Tischplatte als auch Montagebohrungen für die eingesetzten VG64 Leisten. Danke
ZX81 Bus Driver Schematic.pdf
ZX81 Bus Driver Schematic
(203.33 KiB) 14-mal heruntergeladen
ZX81 Bus Driver PCB Layout incl. traces.pdf
ZX81 Bus Driver PCB Layout incl. traces
(135.38 KiB) 17-mal heruntergeladen
ZX81 Bus Driver PCB Layout.PNG
ZX81 Bus Driver PCB Layout Bild
ZX81 Bus Driver PCB Layout.PNG (336.4 KiB) 437 mal betrachtet
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Re: ZX-Backplane

Beitrag von siggi » 13.02.2017, 09:44

Hallo Torsten
m. E. sind Schaltplan und Layout nun OK (zu Löchern kann ich nichts sagen).
Gingen die Leiterbahnen noch etwas breiter als in dem Bild? Karl hatte ja schon was zu Leiterbahnmaßen geschrieben...

Gruß
Siggi
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Re: ZX-Backplane

Beitrag von tokabln » 13.02.2017, 10:44

Hallo Siggi,

die Leiterbahnbreiten sind im Moment

12mil (0,3mm) für Signalleitungen (in etwa 0,9A)
32mil (0,8mm) für Stromzufuhr (in etwa 2,5A)

sollten nach meiner Meinung nach reichen.

Falls es Dir im Schaltbild aufgefallen ist, musste ich einige Adress-/Datenleitungen gegeneinander tauschen um eine Parallelität zu den jeweiligen Anschlußpins am ZX- als auch am DIN Stecker zu erreichen.

Ich mach heute mal noch den Mini-Backplane Adapter fertig und werde dann mal je einen Prototypen ordern.

Danke für Deine Hilfe
Lieben Gruß Torsten
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Re: ZX-Backplane

Beitrag von siggi » 13.02.2017, 11:00

Laut Stromversorgung müssen über die 9V-Leitung 4A und über 5V (nach der Drossel) 3A d'rüber passen. Da sind 2,5 A arg knapp :wink:

Tausch der Daten/Adressleitungen hoffentlich nur innerhalb der Platine, nicht an den Steckern, oder?

Gruß
Siggi
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Re: ZX-Backplane

Beitrag von Joachim » 13.02.2017, 13:58

Bin auch grad dabei, mal drüber zu sehen. Für mich erscheint es so, als ob die Bohrungen für die ICs und die VG64-Stecker gleich groß sind. Ich nehme für die Stecker 1 mm und für die IC 0,8 mm. Die dünnen Leiterbahnen sind bei mir wenigstens 0,4 mm. Damit kommt man auch locker an zwei Pins vorbei. Am Layout kann man m.E. die Leiterbahnen nicht so gut verfolgen. Nachdem du aber autorouten läßt müßte der Schaltpancheck ja genügen (?).
Viele Grüße!
Joachim


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Re: ZX-Backplane

Beitrag von tokabln » 13.02.2017, 16:25

Tausch der Adress-/Signalleitungen nur an den ICs, an den Steckern ist nichts getauscht. Ich hab nur versucht soviele Leitungen wie möglich parallel zu bekommen. Stromversorgungsleitungen muß ich ggf. noch mal schauen ob ich die noch breiter bekomme. Die Verbreiterung macht aber beim Routing gerade Probleme.

Die 0,4mm für die Signalleitungen lassen sich wohl nicht realisieren wenn Ihr Euch das Layout anseht.

Mal sehen.

Was die +9V angeht, so dient die ja auch als Quelle zur Generierung der +5V als auch optional für die +12V.
Insofern gelten die 4A auch nur bis zu diesen Spannungsreglern und nicht generell auf der 9V Schiene
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Re: ZX-Backplane

Beitrag von PokeMon » 14.02.2017, 00:26

So gesehen habe ich jetzt keine Fehler entdecken können. Was die Breite der Leiterbahnen angeht, könnte man diese sicher noch verbreitern. Ich persönlich nutze selten Autorouter und wenn dann für Signale und nicht für Power. Alle Autorouter unterstützen normalerweise manuelles und automatisches Routen. Entweder kann man im Anschluss einzelne Leiterbahnen löschen/aufheben und manuell verlegen oder diese zuerst manuell zu erstellen und die restlichen Signale per Autorouter zu erstellen.

Besonders problematisch ist das bei GND. Eine 30mil Leiterbahn (=0.76mm) hat eine Induktivität von 5nH pro cm. Jetzt ist der GND Weg vom ZX81/Power alleine zum Anschluss für die eigentliche Busplatine gute 30cm (geschätzt wenn man die Leiterbahn nachgeht). D.h. es ist eine wirksame Induktivität von 150nH im GND Signalweg. Das ist sehr ungünstig. Wenn schnelle Ströme fliessen treten hier Spikes mit mehreren 100mV auf. Das wird teilweise durch Kondensatoren gemildert aber davon darf man auch nicht zu viel erwarten. Es gibt einen Grund warum ab bestimmten Frequenzen auf Multilayerplatinen mit durchgehenden Powerlagen ausgewichen wird. Das muss in dem Fall gar nicht sein aber kurze Wege und breite Leiterbahnen sind hier schon gefragt.

Ich kann nur dringend mahnen, dieses Thema nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Insbesondere wenn hier von Strömen mit ein paar 100mA ausgegangen wird. Man darf nicht den Fehler machen und einen Durchschnittsstrom anzunehmen wie das ein Messgerät macht. Beim Schalten resp. Digitalsignalen fließen immer kurze Spitzenströme.

Ich kann diesen Artikel hier nur ans Herz legen (Staying well grounded / Analog Devices)
http://www.analog.com/en/analog-dialogu ... unded.html
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Re: ZX-Backplane

Beitrag von PokeMon » 14.02.2017, 11:03

Ich habe jetzt gerade nochmal meinen Kalkulator angeworfen und der spuckt bei 1A Strom auf einer 0.76mm breiten Leiterbahn mit 30cm Länge (GND Leitung) bereits einen DC Spannungsabfall von etwa 200mV aus. Da kommt dann der dynamische Teil noch drauf. Defacto würde damit das GND Potential auf dem Bus bei dieser Belastung um 0.2V angehoben gegenüber dem angeschlossenen ZX81 (CPU Z80). Wenn man dann dort mit Peaks nochmal 0.4V draufrechnet und die Bausteine ja auch nicht bei Low bis auf 0V runterkönnen (oft nur bis 0.3 oder 0.4V), verlässt mir hier zumindest latent den sicheren Bereich von < 0.8V. Manchmal reicht ja schon ein gekipptes Bit um einen Rechner zum Absturz zu bringen.

Der andere Effekt ist, dass man auf der Plus Seite ggf. auch einen Spannungsabfall von 0.2V hat, die Bausteine dann defacto (darf man das eigentlich noch Schreiben :mrgreen: ) nur mit 4.6V laufen. Das ist an und für sich bei TTL nicht so problematisch, man sollte das nur im Hinterkopf behalten. Letztlich muss der Strom ja hin- und wieder zurücklaufen. Ich glaube die Hinstrecke ist kürzer aber ich wollte nur mal andeuten wo die Reise hingehen kann ...

Das ist auch der Grund, warum ich von Standard Buskarten nicht viel halte, die nicht wissen, wo die Spannungsversorgung läuft.

Ansonsten solltest Du nochmal den Bohrdurchmesser für die VG Leisten kontrollieren. Die sind mit 1.0mm angegeben, ICs, Sockel und Kleinteile werden oft nur mit 0.8mm gebohrt. Je mehr Kontakte einzuführen sind, umso schwieriger ist das mechanisch wenn die Bohrlöcher zu klein sind. Sind ja doch 32, die nebeneinander gut reinpassen müssen.
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Re: ZX-Backplane

Beitrag von tokabln » 14.02.2017, 13:40

Hallo Karl,

Danke für die Informationen. Ich bin gerade dabei mir das ein oder andere an Informationen so aufzubereiten, dass ich beim nächsten Mal nicht wieder bei Null anfange. Die Bohrungen der VG64 Leisten sind auf 1mm festgelegt. Ich lade nachher mal eine für meine Zwecke erstellte Tabelle hoch, vielleicht ist die ja für den einen oder anderen Hobbybastler wie mich von Nutzen und man kann die ggf. gerne um weitere Details zum Thema Leiterplatten Design und Fertigung erweitern. Ich sehecdas ich da bisher für meine Zwecke zwar immer gut hingekommen bin, möchte aber auch sicherstellen, dass andere Nutzer meiner Bastelein da keine Probleme mit haben.
Lieben Gruß Torsten
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Re: ZX-Backplane

Beitrag von tokabln » 14.02.2017, 16:08

Frage an Karl,

unter dem nachfolgenden Link gibt es eine Tabelle zum Thema Kriechstrecke auf Leiterplatten, da kann doch aber etwas nicht stimmen... ist die Angabe zu den Leiterbahnabständen wirklich richtig? In der Tabelle wird angegeben, dass die Angaben in V (Volt) und die Abstände in mm sein sollen. Beispiel 50V = 0,025mm (was 1mil wäre), ich denke da ist das Komma verrutscht oder ? Sollte das nicht eher 0,25mm (10mil) sein?

Speziell wenn es in die hohen Voltzahlen geht, kann ich nicht glauben, das z.B. bei 250V nur 0,56mm Abstand!! das kann ich nicht glauben.

http://www.mikrocontroller.net/articles ... hnabstände

Kann da mal bitte Karl drüber schauen und mich aufklären?
Lieben Gruß Torsten
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Re: ZX-Backplane

Beitrag von siggi » 14.02.2017, 16:37

Ich vermute mal, der Wert ist korrekt, aber daß man damit dann die
"Funktionsisolierung: Isolierung nur für ordnungsgemäße Funktion, bietet keinen Schutz"
erfüllt, d. h. die Schaltung killt sich nicht selbst. Wenn Du auch nicht gekillt werden willst, dann brauchst Du bessere Isolierung ;-)

Gruß
Siggi
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Re: ZX-Backplane

Beitrag von ZX-Heinz » 14.02.2017, 17:41

tokabln hat geschrieben: Speziell wenn es in die hohen Voltzahlen geht, kann ich nicht glauben, das z.B. bei 250V nur 0,56mm Abstand!! das kann ich nicht glauben.
Das passt schon: Grobregel: Funkenstrecke 1mm bei 1kV in Vakuum.

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Re: ZX-Backplane

Beitrag von sbetamax » 14.02.2017, 19:28

Hallo,
das mit der Stromversorgung ist mir auch noch so ein Dorn im Auge.
Ich hab da ein paar Ideen, bin aber noch nicht so recht schlüssig.
Was ich anders mache ist die Stromeinspeisung: Diese kommt hinten an die Busplatine. Dort sitzt dann auch der 5V Regler, der versorgt nur die Diese. So Hab ich hier recht kurze Wege. Für 9V werde ich zu Pin A 26 noch den Pin A25 nutzen. Die 9V gehen über das Flachbandkabel dann zur Treiberplatine und von dort zum 5V Regler des Zeddy. Dieser Regler versorgt dann auch die 4 Treiber IC. Allerdings habe ich bei dieser Konstellation das Flachbandkabel als Stromflaschenhals. Ich brauche noch ein Paar GND Pins mehr.
Die fertige Busplatine die ich gekauft habe hat doch recht breite Leiterbahnen die auf A, C 01 und A, C 32 gehen. Da ich diese Pins nicht brauche überlege ich hier zusätzlich GND und 5V einzuspeisen. GND auf 01 und 5V auf 32.
Alternative sind ja noch ein paar andere Pins frei, die man ja für GND nutzen könnte. Auf einen Pin will ich noch den EAR Eingang der ULA legen, den brauche ich für meine Funkuhr.
Gruß Stephan
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Re: ZX-Backplane

Beitrag von PokeMon » 14.02.2017, 19:30

tokabln hat geschrieben: Speziell wenn es in die hohen Voltzahlen geht, kann ich nicht glauben, das z.B. bei 250V nur 0,56mm Abstand!! das kann ich nicht glauben.

http://www.mikrocontroller.net/articles ... hnabstände
Dieses Kriechstromgedöns ist wenig nützlich. Es bedeutet, dass bei 250V mit einem Abstand von 0.56mm (noch) keine Kriechströme auf einer Platine entstehen. Das heißt aber noch lange nicht, dass das eine Empfehlung oder gar zulässig wäre in Endprodukten. Üblicherweise gilt hier 3mm Abstand mindestens bei Netzspannung auf Platinen. Kannst Du der letzten Tabelle auf der Seite entnehmen. Schließlich baut man ja Sicherheitsabschläge ein. Alle mir bekannten für 250V zugelassenen Steckverbinder haben ein Rastermass von mindestens 3.8mm - drunter bekommen die Hersteller gar keine Zulassung.

Wenn Du die Zugfestigkeit eines Stahlseils für 100kg berechnest, würdest diesen Durchmesser nicht tatsächlich für ein 100kg Gewicht nehmen. Zumindest würde ich mich dann nicht darunter aufhalten. Wer weiß schon, ob das Seil in Ordnung ist, keinerlei Risse oder Einschlüsse hat oder was auch immer.

Also sieht das mal locker und interpretiere die Kriechstromfestigkeit mit der Zugfestigkeit eines Stahlseils o.ä.
In der Praxis geht wohl niemand wirklich ernsthaft an die Grenze.
Du fährst Deinen Tank beim Auto ja auch nicht bis auf 100ml leer. :wink:


Und mehrere (freie) Pins für GND und 5V oder 9V zu nehmen ist sehr sinnvoll. Das minimiert auch die Übergangswiderstände von Steckverbindern. Ist eigentlich üblich hier mehrere Adern zu nehmen, die parallel geschaltet sind. Dann verteilt sich auch der Strom. Da hat Stephan Recht.
Wer seinen Computer ehrt, lebt nicht verkehrt.

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Re: ZX-Backplane

Beitrag von tokabln » 14.02.2017, 19:47

Okay... Danke Karl.

Das mit mehreren Pins ist natürlich gut, geht aber auf Grund der ZX96 Belegung nur für GND und die +5V.
Die sind per Definition schon parallel angelegt.

Ich könnte auch die +12 und +9V auf die parallelen Pins (welche z.Zt. nicht anderweitig belegt sind) ausweiten, wenn mir die ZX96 Nutzer sagen, dass sie diese nicht für andere Dinge brauchen. Bis jetzt verbinde ich die nur 1:1 durch für spätere Nutzung, was auch immer das sein könnte.
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Re: ZX-Backplane

Beitrag von PokeMon » 14.02.2017, 19:58

tokabln hat geschrieben:Okay... Danke Karl.

Das mit mehreren Pins ist natürlich gut, geht aber auf Grund der ZX96 Belegung nur für GND und die +5V.
Die sind per Definition schon parallel angelegt.

Ich könnte auch die +12 und +9V auf die parallelen Pins (welche z.Zt. nicht anderweitig belegt sind) ausweiten, wenn mir die ZX96 Nutzer sagen, dass sie diese nicht für andere Dinge brauchen. Bis jetzt verbinde ich die nur 1:1 durch für spätere Nutzung, was auch immer das sein könnte.
Man kann das natürlich auch selbst dann verstärken, wenn man kein ZX96 hat ...
Oder vielleicht einen Jumper.
Und *duckundwech* :mrgreen:
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siggi
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Re: ZX-Backplane

Beitrag von siggi » 14.02.2017, 20:43

tokabln hat geschrieben:Okay... Danke Karl.

Das mit mehreren Pins ist natürlich gut, geht aber auf Grund der ZX96 Belegung nur für GND und die +5V.
Die sind per Definition schon parallel angelegt.
Und das ist m. E. ausreichend, denn ...
Ich könnte auch die +12 und +9V auf die parallelen Pins (welche z.Zt. nicht anderweitig belegt sind) ausweiten, wenn mir die ZX96 Nutzer sagen, dass sie diese nicht für andere Dinge brauchen. Bis jetzt verbinde ich die nur 1:1 durch für spätere Nutzung, was auch immer das sein könnte.
Ich selbst kenne keine aktuelle Verwendung für die +12V. Vermute, die waren mal für Floppy/HD-Laufwerke vorgesehen. Die wird aber heute kaum noch jemand neu verbauen wollen. Und wer sie für seriöse Schnittstellen haben wollte, braucht auch eine -12V-Spannung. Also wird er MAXe nehmen, die beide Spannungen aus 5V machen können.

Es gibt auch wenige Karten an der Backplane, die +9V brauchen. Die Hauptverbraucher sind ja die Spannungswandler auf der Treiberplatine.

Also halte ich je einen Steckerpin für +12V und +9V für ausreichend. Die Leiterbahn dahin sollte also so viel Strom abkönnen, wie der Steckerpin.

Gruß
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Joachim
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Re: ZX-Backplane

Beitrag von Joachim » 15.02.2017, 00:07

Ja, die 12 V waren für die Floppy und später für die 5 1/4 "-Festplatten. Heutzutage könnte man die 12 V allenfalls für diverse Displays verwenden. Insgesamt betrachtet könnten die 12 V wegfallen. Auch die 9 V sind m.E. nicht notwendig.
Viele Grüße!
Joachim


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Re: ZX-Backplane

Beitrag von PokeMon » 15.02.2017, 15:39

Joachim hat geschrieben:Auch die 9 V sind m.E. nicht notwendig.
Wenn man das ZXblast nicht umbauen will, dann schon. :wink:
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