Auslöten alter IC-Fassungen?

allgemeines Geplapper und Bla-Fasel
Antworten
Benutzeravatar
siggi
User
Beiträge: 1820
Registriert: 06.12.2005, 08:34
Wohnort: D, Hessen, Ranstadt-Dauernheim
Kontaktdaten:

Auslöten alter IC-Fassungen?

Beitrag von siggi » 02.03.2017, 12:53

Bei einem meiner stark^2 verbastelten Zeddies passieren öft Abstürze, die ich auf Kontakprobleme in uralten Sockeln (Z80, ULA,ROM) auf der Zeddy-Platine zurückführe (Ziehen/Neustecken der ICs hilft manchmal kurze Zeit). Deshalb wollte ich diese Fassungen auslöten und durch neue und bessere ersetzen.

Aber wie lötet man die am besten aus? Wie bei eingelöteten ICs die Beine einzeln abknipsen und einzeln auslöten geht wohl nicht, da die Fassung mit dem Kunststoffrahmen direkt auf der Leiterplatte aufliegt.
Und großflächig mit dem Heißluftföhn wollte ich nicht drangehen, weil ich nur die Fassungen, möglichst aber nicht meine Basteleien drumrum auslöten wollte.
Und ein Auslötwerkzeug für den Lötkolben, das für 24-40 polige Fassungen passen würde, habe ich nicht ...

Ideen?

Gruß
Siggi
Mein ZX81-Web-Server: online seit 2007
http://zx81-siggi.endoftheinternet.org/index.html

Benutzeravatar
msch
User
Beiträge: 3103
Registriert: 05.02.2013, 15:42
Wohnort: Hessen, Rhein-Main-Gebiet

Re: Auslöten alter IC-Fassungen?

Beitrag von msch » 02.03.2017, 13:04

Ich würde sowas nehmen:
http://www.ebay.de/itm/Weller-Zubehor-f ... 2464204627
http://www.pkelektronik.com/loettechnik ... itzen.html
Ansonsten jeden einzelnen Pin mit dem Lötkolben erhitzen und mit der Entlötpumpe das Lot absaugen. Habe ich erfolgreich bei einem RAM gemacht.
manche meinen lechts und rinks kann man nicht velwechsern.
werch ein illtum! (Lichtung, Ernst Jandl)

Benutzeravatar
Paul
User
Beiträge: 2240
Registriert: 10.03.2010, 12:01
Wohnort: Germanys west end

Re: Auslöten alter IC-Fassungen?

Beitrag von Paul » 02.03.2017, 13:30

Ich zerstöre mit dem Seitenschneider den Kunststoff des Sockels und löte Pin für Pin einzeln aus.
Theoretisch ist zwischen Theorie und Praxis kein Unterschied.
Praktisch allerdings wohl.

ingo
User
Beiträge: 431
Registriert: 01.06.2012, 11:27

Re: Auslöten alter IC-Fassungen?

Beitrag von ingo » 02.03.2017, 14:08

Ich mache das manchmal wie Paul mit dem Seitenschneider - aber Vorsicht, zieht man dabei versehentlich stark an einem Pin, kann selbiges die Durchkontaktierung und einen Teil des Leiterzuges auf der Oberseite mitreißen, hatte ich schon.
Sicherer ist es mir inzwischen mit der Trennscheibe des Dremels, mit der ich die Fassung gezielt zerstöre. Das muß aber gut geübt sein, damit der Dremel in keinem Fall die Platinenoberfläche berührt. Anschließend werden die Pins einzeln ausgelötet, das restliche Zinn mit Entlötlitze abgesaugt und dann die Platine mit Alkohol (oder Spiritus) gereinigt. Auslöten der intakten Fassung oder eines IC mache ich nicht mehr, weil mir die Gefahr der Zerstörung der Platine insbesondere der Durchkontaktierung oder Lötaugen zu groß ist.

Gruß Ingo.
Man darf die Menschen nicht mit ihren Engsten alleinlassen. (Zitat: Peter Glaser)
Solange es keine Künstliche Dummheit mit ihren jeder Vernunft unzugänglichen taktischen Vorteilen gibt, mache ich mir wegen KI keine Sorgen. (auch Peter Glaser)

Benutzeravatar
PokeMon
User
Beiträge: 4149
Registriert: 31.08.2011, 23:41

Re: Auslöten alter IC-Fassungen?

Beitrag von PokeMon » 02.03.2017, 19:01

Wenn es ein Billigsockel mit Federkontakten ist, könnte man einfach einen Sockel mit gedrehten Kontakten dort reinpressen. Das sollte optimalen Kontakt geben und nix mehr wackeln. Der sollte aber dann drin bleiben, weil er die Federn richtig ausweitet.

Bei meinem Programmieradapter für ZXmore/ZXblast habe ich einen Nullkraftsockel (man kann ja auch einen normalen für den Zweck nehmen) auf einen anderen Sockel aufgelötet. Die Stifte waren lang genug, dass man mit dem Lötkolben drankommt ohne das Plastik zu sehr zu verschmelzen. Der Nullkraftsockel hatte recht dicke flache Stifte, die nicht in einen gedrehten Sockel gepasst haben. Aber nur der hält gut in einem anderen Sockel mit gedrehten Kontakten.
Bildschirmfoto 2017-03-02 um 19.01.22.png
Bildschirmfoto 2017-03-02 um 19.01.22.png (607.95 KiB) 470 mal betrachtet
Wer seinen Computer ehrt, lebt nicht verkehrt.

Benutzeravatar
tokabln
User
Beiträge: 888
Registriert: 10.11.2013, 00:24
Wohnort: D, Berlin (Mariendorf)

Re: Auslöten alter IC-Fassungen?

Beitrag von tokabln » 02.03.2017, 20:48

Was durchaus auch geht ist mit Heißluftpistole und viel Vorsicht. Für manche gibt es kleine Aufsätze für kleine Flächenerwärmung. Es gab oder gibt auch Aufsätze für sehr gute Lötkolben, die in jeweiliger DIL Grösse dann auf einmal alle Pins erwärmen. Allerdings ist das eine echt teure Variante. Hatten wir damals bei einem Reparaturservice.

Aber auch die manuelle Zerstörung des Kunststoffs mittels kleinem Seitenschneider und anschliessendem auslöten der einzelnen Pins geht sehr gut.
Lieben Gruß Torsten
BMZ MFA, ZX80Core, AX81, ZX81, ZX81NU, Spectrum+, Harlequin, Amstrad NC100, Cambridge Z88, C64, C128D, Amiga 500, Amiga 1200, Atari Portfolio, HP200LX, IBM PC 5155, TP755c, T41, PS/2 (Model 40SX), PS/2E, Accura 101, Apple //e

Benutzeravatar
Eratosthenes
User
Beiträge: 80
Registriert: 08.03.2017, 22:30

Re: Auslöten alter IC-Fassungen?

Beitrag von Eratosthenes » 19.03.2017, 19:31

Hi siggi,

falls Du Dein Problem noch nicht gelöst hast: Ihnen kann geholfen werden... :D <klick>

Du bist doch da, oder?

Falls ja: Bring bitte einen neuen Sockel mit...

(Falls Du bei Conrad bestellst, könntest Du mir ein paar Transistoren mitbestellen (siehe Link oben).)
Neun- von zehn Stimmen in meinem Kopf sagen: "Ich bin nicht verrückt!" (Die zehnte summt grad die Melodie von Pong...)

ingo
User
Beiträge: 431
Registriert: 01.06.2012, 11:27

Re: Auslöten alter IC-Fassungen?

Beitrag von ingo » 19.03.2017, 22:42

Ich bleibe dabei: Die Platinen sind zu wertvoll, um beim Auslöten der Fassungen, die sowieso wegkommen, das Risiko sich ablösender Leiterzüge inkauf zu nehmen. Die damals hergestellten und von Sinclair verwendeten Platinen sind nicht sehr robust, was das längere Löten an einem Ort angeht. Ich würde immer das sanfte Zerstören der Fassung und vorsichtige Auslöten einzelner Pins vorziehen, obwohl auch ich (dienstlich) über professionelle Entlöttechnik verfüge und mit deren Umgang gut vertraut bin.
Ich zerstöre auch z.B. die (intakten) HAL-ICs der +2-Rechner, wenn ich eine Fassung für einen Unrainer-GAL einlöte.

Gruß Ingo.
Man darf die Menschen nicht mit ihren Engsten alleinlassen. (Zitat: Peter Glaser)
Solange es keine Künstliche Dummheit mit ihren jeder Vernunft unzugänglichen taktischen Vorteilen gibt, mache ich mir wegen KI keine Sorgen. (auch Peter Glaser)

Benutzeravatar
Eratosthenes
User
Beiträge: 80
Registriert: 08.03.2017, 22:30

Re: Auslöten alter IC-Fassungen?

Beitrag von Eratosthenes » 20.03.2017, 19:42

Hi Ingo,

das mag ja Deine Meinung sein. - Allerdings: Schonender als mit so einer Station <klick>, die Teile wurden früher in der Industrie eingesetzt, bekommst Du Bauteile nicht aus Leiterplatten heraus... :D

Das Ding hinterlässt, selbst auf nicht Lackierten Platinen, wie sie von Sinclair verbaut wurden, nicht mal Spuren. Ausserdem: Wenn Du mit dem Finger "hinten" auf das IC drückst, merkst Du auch, wenn es warm wird. (Heiss wird es eigentlich nie, beim Auslöten...)

In diesem Sinne...

P.S.: Ich bringe "ein paar Ausbau-Muster" mit. Dann kannst Du Dir das Ergebnis selbst ansehen...
Neun- von zehn Stimmen in meinem Kopf sagen: "Ich bin nicht verrückt!" (Die zehnte summt grad die Melodie von Pong...)

ingo
User
Beiträge: 431
Registriert: 01.06.2012, 11:27

Re: Auslöten alter IC-Fassungen?

Beitrag von ingo » 20.03.2017, 23:27

Eratosthenes hat geschrieben:
20.03.2017, 19:42
das mag ja Deine Meinung sein.
Ja, ist es...
Eratosthenes hat geschrieben:
20.03.2017, 19:42
Allerdings: Schonender als mit so einer Station <klick>, die Teile wurden früher in der Industrie eingesetzt, bekommst Du Bauteile nicht aus Leiterplatten heraus... :D
Das gilt, wenn ich die Teile schonend heraushaben will. Das ist nicht der Fall. Ich will die Teile nicht haben, nur die Platine minimal belasten.
Eratosthenes hat geschrieben:
20.03.2017, 19:42
Ich bringe "ein paar Ausbau-Muster" mit. Dann kannst Du Dir das Ergebnis selbst ansehen...
Nicht nötig, ist mir bekannt.

Gruß Ingo.
Man darf die Menschen nicht mit ihren Engsten alleinlassen. (Zitat: Peter Glaser)
Solange es keine Künstliche Dummheit mit ihren jeder Vernunft unzugänglichen taktischen Vorteilen gibt, mache ich mir wegen KI keine Sorgen. (auch Peter Glaser)

Benutzeravatar
Eratosthenes
User
Beiträge: 80
Registriert: 08.03.2017, 22:30

Re: Auslöten alter IC-Fassungen?

Beitrag von Eratosthenes » 21.03.2017, 20:31

Hallo Ingo,

also ich habe Früher(tm) mit der Station massenweise Grundig PLL ICs bei Tunern gewechselt, ohne dass die Platine auch nur Gebrauchsspuren hatte.

Privat, mit dem Lötkolben habe ich regelmässig, sowohl mit Handpumpe-, als auch mit der Entlötlitze, mindestens bei zwei Beinen die Lötaugen mit aufgesaugt oder weggeschoben. (Nicht, dass dies ein Problem wäre, aber "unschön" sieht's schon aus...)

Das war, übrigens, einer der Gründe, weshalb ich mir auch privat eine (==DIESE) Entlötstation besorgt habe.

So hat halt jeder so seine Erfahrungen. :D

In diesem Sinne...

CU DK

P.S.: Übrigens
Die Sinclair Platinen sind, verglichen mit den einlagigen Grundig-Papp-Platinen und auch den Epoxi-Tuner-Leiterplatten, GOLD wert und können wesentlich mehr ab als diese...
Neun- von zehn Stimmen in meinem Kopf sagen: "Ich bin nicht verrückt!" (Die zehnte summt grad die Melodie von Pong...)

Benutzeravatar
PokeMon
User
Beiträge: 4149
Registriert: 31.08.2011, 23:41

Re: Auslöten alter IC-Fassungen?

Beitrag von PokeMon » 21.03.2017, 22:34

Ich bevorzuge Entlötlitze und bei hartnäckigen Stellen auch mal separates Flussmittel. Diese Federbetriebenen Pumpen mag ich nicht, durch die Erschütterungen leidet eben die Platine resp. die Lötaugen und außerdem verkokeln die Teflonspitzen recht schnell und sieht unschön aus. So eine Station habe ich nicht aber mit geht es wie Ingo auch weniger darum Bauteile zu schonen. Die knipse ich gerne mit dem Seitenschneider raus und entferne nur die Überbleibsel mit Lötkolben und Pinzette.

Aber vielleicht bin auch nur zu geizig mir so eine Maschine zu kaufen. :mrgreen:
Ich repariere aber auch wenige resp. bei mir geht selten was kaputt.
Wer seinen Computer ehrt, lebt nicht verkehrt.

Benutzeravatar
sbetamax
User
Beiträge: 421
Registriert: 04.03.2006, 22:01
Wohnort: Deutschland / Hessen / Nidda
Kontaktdaten:

Re: Auslöten alter IC-Fassungen?

Beitrag von sbetamax » 21.03.2017, 22:42

Die Grundig PLL ICs hab ich auch öffters getauscht. War mit Entlötlitze eigentlich nie ein Problem. Da fällt mir ein das ich den Fehler wohl ziemlich für bei einem Grundig Video Rekorder hatte und das IC noch sehr schwer zu bekommen war. Heutzutage ist so ein Tuner ja komplett in so nem Chip und mit Entlötlitze geht da garnichts mehr :( Ist dann eher was für den Recyclinghof...
Gruß Stephan
_______________
ZX80 (nachbau), ZX81, ZX 2000, ZX NU, IQ8300, ZX Spectrum, ZX Spectrum plus, ZX Spectrum 128, Harlequin, C64

Benutzeravatar
Eratosthenes
User
Beiträge: 80
Registriert: 08.03.2017, 22:30

Re: Auslöten alter IC-Fassungen?

Beitrag von Eratosthenes » 22.03.2017, 20:48

Hi sbetamax,

vermutlich habe ich noch ein-, zwei dutzend von den ICs im Keller. :D

Das war früher eine ziemlich lukrative Reparatur. Die hat mir (u.A.) die Lötstation bezahlt! :D

In diesem Sinne...

CU DK
Neun- von zehn Stimmen in meinem Kopf sagen: "Ich bin nicht verrückt!" (Die zehnte summt grad die Melodie von Pong...)

Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste