WIN 10

allgemeines Geplapper und Bla-Fasel
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Re: WIN 10

Beitrag von PokeMon » 28.02.2016, 10:34

Nachdem jetzt viele umgestellt und nutzerrelevante Daten gesammelt sind, zeigt Windows 10 sein ganzes Potential. :mrgreen:
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Re: WIN 10

Beitrag von msch » 01.03.2016, 12:49

Datenschutz bei Windows 10: Verbraucherschützer verklagen Microsoft:
http://www.heise.de/newsticker/meldung/ ... 20481.html
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Re: WIN 10

Beitrag von PokeMon » 02.03.2016, 07:57

Naja, schauen wir mal was dabei rauskommt.
Wahrscheinlich wird Microsoft über die Instanzen gehen und die Sache aussitzen (bis dahin haben sie schon mal genügend Daten) bis zum BGH in 2 bis 3 Jahren. Am Ende werden sie dann die Datenschutzerklärung überarbeiten und das Zwangsupdate rausnehmen welches in 2 bis 3 Jahren sowieso nicht mehr relevant ist. Sowas kann man eigentlich nur im einstweiligen Rechtsschutz mit einer Verfügung klären die aber vermutlich schwer zu bekommen sein dürfte da die Rechtsverstöße nicht so offensichtlich sind und eine einstweilige Verfügung im Grunde die Hauptsache nicht vorwegnehmen darf.

Datenschutz ist in Deutschland ein eher stumpfes Schwert.
Sinnvoller ist es eher, dass Benutzer sich selbst zur Wehr setzen und auf ein anderes OS umsteigen. Das wirkt auch schneller. :wink:
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Re: WIN 10

Beitrag von msch » 02.03.2016, 09:45

Alles richtig. Das Problem ist nur, dass die Unternehmen auch so sehen müssen. Ernsthafte Umstiegsbestrebungen bei Unternehmen muss man jedoch mit der Lupe suchen... leider.
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Re: WIN 10

Beitrag von msch » 17.04.2016, 12:57

In der aktuellen Ausgabe der c't (9/2016) ist "Weg von Windows 10" Schwerpunktthema. Einzige ernsthafte Alternativen sind demnach OS X und Linux. Der Umstieg auf Linux (Ubuntu) wird sehr ausführlich dargelegt. Wer sich mit dem Thema beschäftigen möchte, findet hier auf 34 Seiten eine gute Anleitung.
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Re: WIN 10

Beitrag von PokeMon » 17.04.2016, 13:01

Ich habe den Umstieg auf OS X (Anfang diesen Jahres) keineswegs bereut und war am Ende doch einfacher als gedacht. Ich benutze für ein paar wenige Tools zwar noch WIN7 über VirtualBox aber selbst das hat keinen Kontakt zur bösen Außenwelt (keine Netzwerkverbindung). Wenn dann konsequent. Die Tools brauchen kein Internet und wenn doch mal, dann aktiviere ich es per Klick nur für ein paar Minuten. :mrgreen:

Neue Tools suche ich bevorzugt mit OS X Driver.
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Re: WIN 10

Beitrag von PokeMon » 18.04.2016, 10:44

Auf der Entwicklerkonferenz hat Microsoft neue Tools und Ausrichtungen bekannt gegeben. Um WIN10 zu stärken, setzt MS verstärkt auf IoT und hat wohl auch mit Partnern entsprechende Entwicklungskits am Start. Außerdem wollen sie Linux Anwender gewinnen resp. Linux Entwickler vom Umstieg fernhalten, indem sie ELF binaries direkt unter der WIN Kommandozeile abarbeiten können. Das soll weder ein Interpreter noch ein Virtualisierer sein und geht in die Richtung von WINE - nur umgekehrt (setzt wohl auf das NT Api auf welches unterhalb von Windows arbeitet). Damit soll man dann unter Windows direkt mit Bash und anderen Tools künftig arbeiten können.

Wenig Neues gibt es zu Windows Mobile, das scheint eine größere Baustelle zu sein. :wink:
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Re: WIN 10

Beitrag von msch » 18.04.2016, 12:32

Xamarin wurde ja von Microsoft übernommen. Damit ist das Cross-Platform-Entwicklungsumgebung Xamarin Studio zukünftig kostenlos erhältlich:

https://store.xamarin.com/
basiert auf
http://www.monodevelop.com/

Darüber hinaus gibt es Visual Studio Code (für Win, OS X, Linux) for free:
https://code.visualstudio.com/#alt-downloads
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Re: WIN 10

Beitrag von msch » 28.04.2016, 18:14

Auch nicht schlecht:
Windows 10 Upgrade Meldung erscheint im TV beim Wetterbericht:
http://www.heise.de/newsticker/meldung/ ... 91738.html
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Re: WIN 10

Beitrag von msch » 06.05.2016, 12:32

Microsoft bestätigt: Kostenloses Upgrade auf Windows 10 endet am 29. Juli:

http://www.heise.de/newsticker/meldung/ ... 97773.html
https://blogs.windows.com/windowsexperi ... -end-soon/

So will man wohl den Druck erhöhen...
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Re: WIN 10

Beitrag von PokeMon » 06.05.2016, 19:58

Und - haste schon ? :mrgreen:
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Re: WIN 10

Beitrag von siggi » 08.05.2016, 21:02

msch hat geschrieben:Microsoft bestätigt: Kostenloses Upgrade auf Windows 10 endet am 29. Juli:
Und wieviel bezahlt Winzigweich dann nach dem Upgrade ab 30.7. für die privaten Daten, die sie abgreifen?
:roll:
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Re: WIN 10

Beitrag von msch » 31.05.2016, 13:53

Microsoft wird immer dreister:

Fenster weglicken oder mit [X] schließen heißt jetzt "Ja, ich will".

http://www.heise.de/newsticker/meldung/ ... 21849.html
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Re: WIN 10

Beitrag von PokeMon » 31.05.2016, 14:38

So langsam verliert Microsoft seine Würde. Die Nerven haben sie offenbar schon längst verloren.
Wahrscheinlich lockt das Ende des kostenlosen Upgrade auch keinen hinterm Ofen vor, wie Microsoft vielleicht gehofft hatte.
Statt dessen waren vielleicht alle froh, dass das GWX nun nach Ende Juli Geschichte ist.
Sie werben damit, dass 300 Mio Kunden schon upgegraded hätten. Die Frage ist nur, wieviel davon haben es freiwillig getan.

Irgendwie kommt mir spontan die Titanic in den Sinn und Nadella sitzt mit einer Trillerpfeife auf einer Holztür und wartet auf ein Wunder. :mrgreen:
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Re: WIN 10

Beitrag von siggi » 31.05.2016, 14:52

Mal langsam: so wie ich es verstanden habe, geht es nur um ein zuvor schon konfiguriertes Update "this PC is scheduled to upgrade on ...", an das man nun erinnert wird. Man hat also vorher schon dem Upgrade (zu einem "scheduled" Zeitpunkt) zugestimmt. Und das Schließen des Fensters schließt nur die Erinnerung daran. Das scheduled Upgrade muß man dann halt wieder abschalten, wenn man es nicht will.

Siggi

PS: was bin ich froh, daß mein PC mit WIN7 anscheinend nach Meinung von Winzigweich nicht für Witz10 geeignet ist und bietet mir deshalb kein Upgrade an :D
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Re: WIN 10

Beitrag von msch » 31.05.2016, 16:04

naja, ganz so einfach ist es nicht. Das "scheduled update" ist "based on Your windows update settings", was nichts anderes heisst, dass die Schweinerei bereits vorher seinen Lauf nahm.
Mit dem nächsten Windows Update wird nämlich ein (major) upGRADE *) durchgeführt. Oder würde jemand hier ein Major release als simples update bezeichnen? Einem derartigen Upgrade haben die Windows Anwender nie zugestimmt - Microsoft hat eben einfach das Upgrade in den Status eine updates gehoben, so läuft das dann auch schön durch. Letztlich muss der Anwender auf "here" klicken, um den Vorgang (also das "geplante" Upgrade auf Windows 10 zu verhindern).
Microsoft versucht hier mit der Holzhammermethode den Wechsel auf Windows 10 durchzudrücken. Für mich ist das ein klarer Fall für die Wettbewerbshüter und Verbraucherschutzverbände.
*) Microsoft selbst bezeichnete bislang den Wechsel von einer OS Version auf die nöchste (XP auf 7, von Vista auf 7, von 7 auf 8 usw.) als Upgrade, siehe: http://windows.microsoft.com/de-de/wind ... e#T1=tab01
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Re: WIN 10

Beitrag von PokeMon » 31.05.2016, 16:08

siggi hat geschrieben:Mal langsam: so wie ich es verstanden habe, geht es nur um ein zuvor schon konfiguriertes Update "this PC is scheduled to upgrade on ...", an das man nun erinnert wird.
So kann man das auch sehen. Nur hat Microsoft selbst das Update für den Kunden vorkonfiguriert. :wink:
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Re: WIN 10

Beitrag von msch » 31.05.2016, 16:11

... vor allem ist bei den Windows Update settings nirgendwo die Rede von einem Upgrade. Das hat Microsoft schon geschickt gemacht, einem UpGRADE einfach UpDATEstatus zu geben.
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Re: WIN 10

Beitrag von PokeMon » 23.08.2016, 13:56

In der c't steht ein Bericht über das Update 1608 - hat sich nicht viel gebessert bei Microsoft.

Wie auch 1511 handelt es sich nicht wirklich um ein Update sondern um ein Upgrade mit entsprechenden Konsequenzen. Bislang ist es MS noch nicht geglückt überhaupt ein Update einzelner Komponenten durchzuführen sondern es ist mehr oder weniger eine automatisierte Neuinstallation mit Speicherung des alten WIN in einem WINDOWS.OLD Ordner und Übernahme von dort konfigurierten Daten/Einstellungen sowie Programme und Daten. Man kann auch wieder zurück innerhalb von 10 Tagen - der Grund für diese kurze Frist ist jetzt nicht so wirklich nachvollziehbar. Wenn man also kurz vor seinem Urlaub das Upgrade verpaßt bekommt, hat man unter Umständen gar kein "Rückgaberecht" mehr. WIN 10 löscht dann nach Ablauf der Frist den WINDOWS.OLD Ordner. :wink:

Die Systemanforderungen sind gestiegen von mindestens 1GB RAM auf nun 2GB. Offenbar setzen sie diese Regel aber außer Kraft für Mobilgeräte wie Tablets o.ä. - da reicht dann auch 1GB RAM. Wie bislang werden Einstellungen im Rahmen des Datenschutzes teilweise nicht übernommen, insbesondere wenn man Express Installation wählt. Viele Einstellungen wie Videos, Musik, Email und Browser werden dann einfach auf Microsoft Produkte zurückgesetzt. Man muss sich also wieder einmal mühsam durch Dutzende Schalter und Optionen kämpfen, wenn man das nicht will. Auch spezielle Netzwerkkonfigurationen wie statische IP Adressen wurden laut c't nicht übernommen, was in Unternehmen durchaus zu Chaos führen kann.

Besonders pikant finde ich die Tatsachen, dass man Suchen nicht mehr auf den lokalen Rechner begrenzen kann sondern automatisch alles Eingegebene auch bei Cortana resp. BING landet. :shock: Das kann man zwar über einen manuellen Registryeintrag wieder auf den lokalen Rechner begrenzen, aber wer fummelt als Anwender schon in der Registry rum. Auch werden verschiedene Werbe-Apps automatisch nach dem Upgrade (wieder) geladen, auch ohne Microsoft Konto. Das ist für Werbung nicht zwingend notwendig. :mrgreen:

Daher ist das Fazit von der c't durchaus zutreffend. 85 EUR für den offiziellen Kauf einer Einzelplatzlizenz inklusive Abgriff und Verwertung persönlicher Daten des Nutzers und gleichzeitig noch Werbe- und Verkaufsangebote laufend um die Ohren geknallt zu bekommen, ist im Grunde eine Unverschämtheit.
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Re: WIN 10

Beitrag von msch » 23.08.2016, 14:34

... das ganze ist nicht nur wegen der 85 EUR eine Unverschämtheit.

Ich sehe hier ein klares Betätigungsfeld für die EU, die ja Microsoft schon einmal wegen unlauterer Geschäftspraktiken 1,6 Millarden EUR Strafe aufgebrummt hat.

Aber vermutlich würde sich Microsoft auch diesmal wieder mit einem "technischen Fehler" herausreden wollen...

Es wird höchste Eisenbahn, dass es einmal eine ernsthafte Konkurrenz zu Microsoft gibt. Gemeinsam könnten die Europäer soetwas sicher stemmen. Alleine der Wille fehlt...
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Re: WIN 10

Beitrag von PokeMon » 23.08.2016, 15:25

Gibt es doch.
OS X oder Linux. :wink:
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Re: WIN 10

Beitrag von msch » 23.08.2016, 16:05

... und auf welchen Marktanteil kommen beide?
Mir als überzeugtem Mac-User brauchst Du das nicht zu sagen... ;-)
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Re: WIN 10

Beitrag von PokeMon » 23.08.2016, 17:15

Also gibt es doch eine Alternative. Ob sie von den Kunden angenommen wird, ist eine andere Frage.
Man muss sich schon fragen, ob es das Problem von Microsoft ist, dass die Marktanteile von OS X und Linux dahindümpeln.
M.E. kann man DAS wenigstens Microsoft nicht zum Vorwurf machen.

Wenn ein VW Fahrer sich immer wieder einen VW kauft dann hat das auch viel mit Gewohnheit zu tun.
Um diese Gewohnheit zu durchbrechen gibt es zwei Möglichkeiten.
Entweder der Kunde muss massiv unzufrieden sein mit seinem letzten VW oder die Alternativen müssen massiv besser sein (Preis oder Leistung oder beides).

Die Menschen haben sich über die Zeit an Windows gewöhnt, genauso wie an Google oder an Facebook oder Instagram.
Kann man den Konzernen einen Vorwurf mache, dass der Mensch ein Gewohnheitstier ist ?
Manche Weichenstellungen entstehen eben sehr früh und es gab Zeiten in der 80ern als Microsoft eine ganz kleine Butze war.
Zig Millionen oder vielleicht sogar Milliarden von Menschen haben sie groß gemacht und beschweren sich nun über Marktmacht.

Da bleibt halt nur zu warten, bis die großen Konzerne sich selbst vor die Wand fahren.
AOL hat das geschafft, Nokia, Atari - irgendwann schafft es auch Microsoft, weil man die großen Tanker nicht mehr gut steuern kann.
Da habe ich volles Vertrauen, ganz ohne staatliche Eingriffe.
Es wünscht sich ja wohl nicht wirklich jemand VEB Strukturen zurück. Oder doch ? :mrgreen:
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Re: WIN 10

Beitrag von msch » 23.08.2016, 20:59

Da will ich Dir doch glatt widersprechen.

Zum einen hatte ich von einer "ernsthaften Konkurrenz" gesprochen, das ist mehr als nur irgendeine eine Alternative.
Und was den großen Marktanteil angeht, hat Microsoft diesen auch duch unlautere Methoden und proprietäre Technologien und Dateiformate erreicht und zementiert. Und wenn ein Unternehmen derart massiv seine Marktmacht ausnutzt, muss man eingreifen. Das hat mit VEB-Strukturen nichts zu tun.

Trotzdem bleibt natürlich ein Problem und das hatte ich mit dem fehlenden Willen ausgedrückt.

Was den Marktanteil von OS X (demnächst wieder Mac OS) angeht, hat dies auch etwas mit der Verdongelung an die Hardware zu tun. Wer OS X haben will, muss eben einen (teuren) Apple Rechner erwerben.

Und Linux (auf dem Desktop!) dümpelt seit Jahrzehnten auf seinem lächerlich geringen Marktanteil herum, weil hier meiner Ansicht nach immer wieder strategische Fehlentscheidungen getroffen wurden. Mir fehlt hier das Bekenntnis zu einem wirklich benutzerfreundlichen Desktops-OS. Solange man aber immer wieder die Konsole braucht oder von einer LTS Variante zur nächsten die hälfte nicht mehr richtig läuft, wird das nichts. Zudem ist der Linux-Markt viel zu fragmentiert, es wird lieber eine neue Distribution oder ein Fork auf den Markt geworfen, als Produktpflege zu betreiben. Wieviele Window-Manager und Desktop-Umgebungen gibt es eigentlich? Und dann zerstreiten sich die Schlüsselpersonen auch noch ständig. Hoffnungsvolle Projekte werden gekonnt an die Wand gefahren und das alles spielt letztlich Microsoft in die Hände.

Bei mir ist Linux nur noch in der VM - zum ausprobieren, der Neugierde halber. Und natürlich auf dem Raspi.
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Re: WIN 10

Beitrag von PokeMon » 23.08.2016, 23:09

msch hat geschrieben: Hoffnungsvolle Projekte werden gekonnt an die Wand gefahren und das alles spielt letztlich Microsoft in die Hände.
Eigentlich liegen wir gar nicht soweit auseinander.
Ich stimme zu, dass da vieles Microsoft in die Hände spielt.

Nur ist das Microsoft anzulasten, dass weder die Mitbewerber großes Interesse (Apple) oder mangelnde Ressourcen (Linux) haben, noch die Kunden Windows wirklich verlassen wollen ? Ich denke nicht. Klar will Apple eigentlich Hardware verkaufen und liefert das OS kostenlos. Ist aber trotzdem eine Alternative zu der Kombination aus Windows und PC. Dass Open Source Anwendungen wie Linux keine Chancen haben liegt eigentlich systemimmanent auf der Hand. Damit ist kein Geld zu verdienen - wer um Gottes Willen sollte also ein Interesse als Investor daran haben ? Google hat mit Android wieder andere Geschäftsmodelle, mischen aber lieber im Mobilmarkt mit.

Wenn die Kunden mehrheitlich Windows wollen und wenn es dazu Alternativen gibt, warum sollte da eine Staatsmacht einschreiten ? Ich will nicht bestreiten, dass es Kunden gibt, die Windows brauchen. Aber wenn wir von der Mehrzahl der Windows Anwender ausgeht, sind diese in der Masse eher privat unterwegs und könnten problemlos auf Windows verzichten, wenn sie wollten. Diese Anwender nutzen in der Regel nur den Browser, Email, Officepakete, Digicams und so ein Zeug. Und das kann sowohl Apple als auch Linux als auch Android um einen dritten im Bunde zu nennen.

Es mag sicherlich viele Firmen geben, die auf Windows angewiesen sind oder meinen, dass sie darauf angewiesen sind. Es gibt sicherlich auch viele Entwickler, die meinen, sie müssten unter Windows entwickeln - quasi gezwungenermassen. Man kann das aber auch anders betrachten. Es gibt sicherlich auch viele Entwickler, die ziemlich viel Geld mit Windows Programmen verdient haben. Microsoft hat hier auch frühzeitig Wege geebnet, damit Entwickler viel Geld verdienen und ihren Lebensunterhalt davon bestreiten können und oft auch weitere Mitarbeiter. Es gibt auch viele Firmen, die sehr viel Geld eingespart haben, weil sie eben nicht eigene Software entwickelt haben sondern auf fertige Standard Produkte gesetzt haben.

An all diesem ist Microsoft Schuld, würden die einen sagen. All das hat Microsoft aber auch generell überhaupt erst ermöglicht. Wenn man mal die Belastung der Umwelt betrachtet und den Individualverkehr mit PKWs kann man sich natürlich auch rausreden und sagen, die Ölkonzerne haben Schuld, weil sie soviel Sprit verkaufen und die Autobauer haben Schuld, weil sie so viele Autos verkaufen die wenig umweltfreundlich sind und die armen Konsumenten haben überhaupt keine Schuld an dieser Entwicklung, obwohl sie am Ende mit diesen Autos fahren. So wie die Konsumenten (zu denen ich auch Firmenkunden zähle) keine Schuld an der Entwicklung in dem Bereich Software haben.

Jeder der ein Business betreibt, weiß um die Risiken von Großkunden und Hauptlieferanten. Wenn ein Großkunde mit mehr als 50% Umsatz wegbringt, ist das ganz sicher existenzgefährdend. Selbst 30% wirken sich massiv aus. Auf der anderen gilt das genauso für Lieferanten. Diese Risiken haben die Manager recht gut auf dem Schirm, die Abhängigkeiten im Bereich Technik erkennen sie oftmals nicht oder vernachlässigen diese. Wenn es für ein Unternehmen wichtig ist, von Microsoft unabhängig zu sein, muss es dafür auch aktiv etwas tun.

Es mag sein, dass Unternehmen wie Microsoft oftmals auch ihre Grenzen ausloten und ihre Marktmacht gebrauchen. Ob man das als Missbrauch bezeichnet ist Interpretationssache aber Marktwirtschaft ist halt auch kein Ponyhof. Man kann nicht einfach eine Begrenzung für den Wachstum von Unternehmen einführen, nach dem Motto, Du darfst nur 1 Million Kunden beliefern oder nur 1 Milliarde Umsatz machen. Und das machen doch alle anderen genauso in ihren Bereichen. Automobilkonzerne drücken ihre Zulieferer so massiv es geht (bei VW stehen glaube ich noch immer die Bänder still, oder ?), der Einzelhandel nutzt ebenso seine gebündelte Einkaufskraft, Google lotet die Grenzen im Datenschutz aus. Das ist alles ist relativ legal.

Und beim Thema Datenschutz muss man schon die berechtigte Frage stellen, ob die Mehrzahl der Nutzer überhaupt Datenschutz will. Die vielen Vernetzungen im Internet via Facebook, Twitter, Instagram und Co. lassen da bei mir massive Zweifel aufkommen. Warum sollte man also Google verbieten, Daten zu nutzen, die die Leute sowieso im Internet posten ? Oder Microsoft ?

Für mich persönlich kommt das nicht in Frage, ich finde es aber auch zu weitgehend zu sehr in die Autonomie der Nutzer einzugreifen. Sagen wir mal so, Ausnahmen gibt es immer aber viele Nutzer könnten sofort Windows den Rücken kehren, wenn sie es denn nur wollten. Ist sogar noch viel einfacher als das Auto stehen zu lassen. Aber wenn sie das nicht wirklich wollen, warum sollte man das verordnen ? :wink:

Eine mündige Gesellschaft hat auch Verantwortung für ihr handeln. Mir gefällt auch oft nicht, was da in der Politik passiert. Ich muss das aber hinnehmen, weil es halt die Mehrheit so will. Das ist nun mal der Fluch der Demokratie. Wir sind eben nicht alle gleichgeschaltet und haben in allen Dingen die gleiche Meinung. Muss ich mit leben. Mit Windows nicht. 8)
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