KryoFlux for Disk Software Preservation

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msch
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KryoFlux for Disk Software Preservation

Beitrag von msch » 17.11.2015, 16:22

... "it allows modern PCs to read, decode and write floppy disks that use practically any data format or method of copy protection to aid in digital preservation ... It has been tested successfully with many generations of floppy disk drive including 8", 5.25", 3.5" and 3" mechanisms, and dozens of disk formats including numerous schemes":

http://www.kryoflux.com/

howto-Video:

https://youtu.be/CqLv8d-W-9c
manche meinen lechts und rinks kann man nicht velwechsern.
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tofro
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Re: KryoFlux for Disk Software Preservation

Beitrag von tofro » 18.11.2015, 11:00

Interessant, aber nicht so richtig billig ;)

Zum Glück hat keiner meiner Rechner so ein exotisches Diskettenlaufwerk/Format, dass ich es mit meinem einzigen guten Fuji-USB-Laufwerk (die Chinesischen Laufwerke für 5,50 funktionieren manchmal, manchmal auch nicht) bisher nicht hätte lesen und schreiben können. Für manche Rechner mag es aber der einzige Weg sein, Daten hin- und herzukriegen.

Gruß
Tobias
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Re: KryoFlux for Disk Software Preservation

Beitrag von msch » 18.11.2015, 11:04

Das Teil kostet je nach Edition zwischen 95 und 120 EUR. Sicher ist das Geld, allerdings steckt da auch eine Menge Entwicklungsarbeit drin. Und: das Teil ist soweit ich weiss einzigartig im Markt.
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Re: KryoFlux for Disk Software Preservation

Beitrag von Paul » 27.11.2018, 13:54

Hat sich jemand Das inzwischen zugelegt? Der möglichst auch zu einem unserer Treffen (Mahlerts, Wittenberg, Wolfhagen, Vcc) kommt :wink: oder den man besuchen kann 8)?
Sonst kommt es bei mir auf den Wunschzettel :mrgreen:
Liebe Grüße Paul
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Re: KryoFlux for Disk Software Preservation

Beitrag von msch » 27.11.2018, 17:18

Ja, ich besitze einen. Bringe ich gerne nach Mahlerts mit.
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Re: KryoFlux for Disk Software Preservation

Beitrag von schombi » 27.11.2018, 19:16

Ich habe seit kurzem auch ein Kryoflux (angesuchtet durch den Artikel in der ct Retro Ausgabe). Hat auf Anhieb eine originale A320 (Spiel) Amigadiskette ausgelesen und daraus ein ADF gebaut - fand ich ziemlich beeindruckend.

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Re: KryoFlux for Disk Software Preservation

Beitrag von Paul » 30.11.2018, 07:42

Danke für die Rückmeldungen. Kann mir jemand die Arbeitsweise ein wenig erklären?
Aus der Beschreibung nehme ich an das man physikalische Laufwerke anschliesst und den RAW Inhalt der Disk auf den modernen Rechner holt.
Wie geht es dann weiter? Die Daten müssen ja ausgewertet werden.
Sprich aus einer CP/M oder Amiga Diskette ein Image gemacht werden oder gleich einzelne Dateien extrahieren.
Liebe Grüße
Paul
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Re: KryoFlux for Disk Software Preservation

Beitrag von tofro » 30.11.2018, 10:09

Das KryoFlux holt nicht wie normalerweise die durch einen FDC interpretierten Bits sondern die rohen magnetischen Flusswechsel und ihr Timing auf den modernen Rechner. Das macht ein Diskettenimage im RAW-Format natürlich riesig (DTC legt für jeden Track eine eigene Datei an). Auf dem modernen Rechner läuft sozusagen ein FDC-Emulator, der aus den Rohdaten ein Floppy- (z.B. ADF- oder DSK-) Image macht. Mit der mitgelieferten Software geht das in einem Rutsch (man schreibt die Rohdaten normalerweise gar nicht), die "Haupt-Software", die mitkommt ist "DTC", ein Kommandozeilenprogramm mit Hunderten von Switches. In DTC sind sozusagen alle "FDC-Emulatoren" für die verschiedenen Systeme eingebaut. Zu DTC liefert Kryoflux ein paar grafische Frontends, die die Bedienung einfacher machen, mit.

Man muss ein bisschen beachten, dass sich Kryoflux die Erhaltung von alten Daten zur Aufgabe gemacht hat. Ob man sie im Preservation Format dann auch zu irgendwas (z.B. in einem Emulator) verwenden kann, sieht Kryoflux eher als Nebenaufgabe bzw. "Problem anderer Leute" an. Trotzdem können die Tools normale, in einem Emulator verwendbare Image-Files, z.B. DSK für CP/M oder ADF für Amiga erzeugen.

Ein paar einfache Beispiele, weil sich das so kompliziert anhört:
  • Schließe ein 3.5"-Laufwerk an Kryoflux an, lege eine originale AmigaDOS Diskette ein.
  • DTC -f Amigaimage.adf -i5
  • und du hast ein adf-Image der Diskette
-i gibt den Image-Typ an. Was DTC derzeit kann, sind ADF-Images, MFM (also so ziemlich alles, was PC-kompatibel ist, darunter fallen auch die meisten der Sinclair-FDCs) und eben rohe Datenströme.

Ein paar (nicht alle) Formate kann DTC auch wieder auf eine Diskette zurückschreiben. Die tricky Formate, die ein moderner FDC nicht lesen oder schreiben kann, sind hauptsächlich Amiga, alte Apple- und CBM Formate. Sinclair-Formate (solange sie keinen Kopierschutz haben) sind an sich so easy, dass Kryoflux ein bißchen mit Kanonen auf Spatzen geschossen ist. Eine Kopiereschützte Disk im PC-Format kann Kryoflux allerdings normalerweise auch in RAW-Files holen und auch wieder zurückschreiben, was man mit Hausmitteln eben nicht hinkriegt.
Zuletzt geändert von tofro am 30.11.2018, 10:22, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: KryoFlux for Disk Software Preservation

Beitrag von msch » 30.11.2018, 10:20

So ist es. Während des Auslesevorgangs wird der magnetischen Fluss der Diskette gelesen und in eine Datei auf dem Host, an dem Kryoflux angeschlossen ist, geschrieben. Es wird also ein genaues Abbild der Informationen des Quelldatenträgers erstellt. Das dürfte auch so einige Kopierschutzmechanismen einschließen. Die Software macht es möglich, die Abbilder in diverse Diskettenformate zu exportieren.

Auch ganz lesenswert:
https://www.heise.de/select/ct/2018/27/1541145269114582
https://www.heise.de/select/ct/2018/27/1541145964356960

und hier ist die Software in Aktion zu sehen:
https://www.youtube.com/watch?v=UMUCVO8kbCo
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Re: KryoFlux for Disk Software Preservation

Beitrag von tofro » 30.11.2018, 12:19

Um die Grenzen zu verstehen, innerhalb derer sich Kryoflux bewegt, muss man vielleicht ein paar Beispiele machen:
  • Ohne einen Amiga kann man keine Amiga-Disketten lesen. Kryoflux kann's und kann daraus ADF-Dateien machen, die man mit modernem Equipment überall verwenden kann
  • Ohne einen C64 mit Diskettenlaufwerk kann man keine C64-Disketten lesen. Kryoflux kann's und macht .D64 Images daraus, die man überall verwenden kann
  • Ohne einen Apple II oder Macintosh kann man keine Disketten lesen, die für diese Systeme gemacht sind - Kryoflux kann's und macht Images draus, die man weiterverwenden kann.
  • Das Lesen und Schreiben von alten, (z.B. Single Density, Double Density, Single/Double-Sided, also aus der Zeit vor 1.44M-Disketten) PC-Disketten wird mit modernen Equipment immer schwieriger, Kryoflux kann's (Linux könnte es z.B. auch) - Für klassische PC-Technik gibt es wenig, was man mit einem PC mit Linux und "echtem" Floppy-Controller nicht auch lesen und schreiben könnte. Nur sind die "echten" Floppy-Controllerkarten ziemlich rar. Kryoflux setzt nur ein 3.5"/5.25" Laufwerk und USB voraus. (Unter "klassische PC-Technik" zähle ich auch so ziemlich alle Diskettenformate die von Sinclair-Rechnern verwendet wurden. Glücklicherweise scheint es keine Sinclair-Interfaces zu geben, die so exotische Formate außerhalb von MFM wie die Rechner oben verwenden. Bitte korrigiert mich, falls es z.B. beim ZX-81 sowas geben sollte. Atari ST, Acorn Archimedes und so Zeug verwendet auch "klassische PC-Controller")
  • Darüberhinaus kann man praktisch jedes beliebige Format von einer physischen Diskette lesen und auf eine andere physische Diskette absolut identisch zurückschreiben.
Für geschätzte 95% der Disketten, die so in der Welt vorkommen, ist man damit wahrscheinlich glücklich.

Die restlichen 5% seien Disketten, die irgendwie trickreich kopiergeschützt sind. Der Anspruch von Kryoflux ist, dass es auch diese Disketten genauso lesen und kopieren kann, wie die Bits auf der Disk stehen. Man kann z.B. eine physische Diskette mit trickreichem Timing so beschreiben, dass Bits, ohne dass der FDC einen Lesefehler erkennt, "wackeln", also zufällig 0 oder 1 sind. (Der Kopierschutz liest diese Bits dann im realen Rechner mehrfach, kuckt, ob sie wirklich wackeln, und wenn nicht, ist's eine Kopie) Das RAW-Format kann genau diese Tatsache (oder auch z.B. unformatierte Sektoren, falsche Sektornummern, eben alles, was so an Kopierschutz in Gebrauch war) auch wiedergeben, und auch auf eine physische Diskette zurückschreiben, nur kann man sie nicht in ein ADF oder DSK-Image schreiben (da ist das Bit dann immer 0 oder immer 1, also eine "Kopie"). Logischerweise verliert man also Information, wenn man ein Image und nicht die RAW streams weiterverwendet. Ein Emulator kann mit den RAW-Dateien von Kryoflux natürlich auch nix anfangen, der will Images. Hier stösst das Kryoflux also an die Grenzen der Imageformate, nicht an seine eigenen.

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Re: KryoFlux for Disk Software Preservation

Beitrag von roko » 30.11.2018, 21:11

Tofro schrieb:
Bitte korrigiert mich, falls es z.B. beim ZX-81 sowas geben sollte. Atari ST, Acorn Archimedes und so Zeug verwendet auch "klassische PC-Controller"
Es hat den FIZ-Disk Schnittstelle gegeben wo jede DisketteSpur als eine Art Tape benutzt wurde. Versionen fuer ZX81 und Spectrum.
Die Spectrumversion habe ich.(irgendwo.....)

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Re: KryoFlux for Disk Software Preservation

Beitrag von schombi » 01.12.2018, 14:38

Anbei ein Bild der (mit ~8x6cm wirklich kleinen) Platine. Hier in einem offenen Gehäuse von Thingiverse:
Kryoflux.jpg
Kryoflux.jpg (73.16 KiB) 220 mal betrachtet

Kai
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Re: KryoFlux for Disk Software Preservation

Beitrag von Kai » 02.12.2018, 18:17

Ich wäre jetzt echt neugierig, ob das Gerät auch die Disketten vom extraexotischen Mageco Floppy IF verarbeiten kann.
Solche Aussagen fordern ja regelrecht nach Gegenbeweis :mrgreen:
Das Mageco wurde damals in Frankreich entwickelt und wohl auch nur dort vertrieben. Es kommt ohne jeden Controller aus, reine Logik und davon nicht einmal besonders viel. Ich war selber erstaunt, dass es gut und störungsfrei funktioniert.

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Re: KryoFlux for Disk Software Preservation

Beitrag von schombi » 09.12.2018, 07:55

Da ich mich gerade mit meinem Kryoflux beschäftige, kommen ein paar Fragen auf: Was genau sagt denn die Farbe der Blöcke im UI aus? Oftmals werden die grau und dann scheint das Containerfile 0KB zu haben. Bei grün klappt es, aber wieso passiert das?

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