TV-Tipp: Das Microsoft-Dilemma Europa als Software-Kolonie

allgemeines Geplapper und Bla-Fasel
Benutzeravatar
msch
User
Beiträge: 3793
Registriert: 05.02.2013, 15:42
Wohnort: Hessen, Rhein-Main-Gebiet

TV-Tipp: Das Microsoft-Dilemma Europa als Software-Kolonie

Beitrag von msch » 18.02.2018, 00:26

Das Microsoft-Dilemma - Europa als Software-Kolonie
Das Erste, Montag, 19.02.18, 22:55 - 23:40 Uhr, 45 Min.
http://programm.ard.de/TV/Programm/Send ... 6504116395
manche meinen lechts und rinks kann man nicht velwechsern.
werch ein illtum! (lichtung, Ernst Jandl)

Benutzeravatar
Peter Liebert-Adelt
User
Beiträge: 525
Registriert: 13.03.2004, 23:07
Wohnort: D-31246 Ilsede-Oberg
Kontaktdaten:

Re: TV-Tipp: Das Microsoft-Dilemma Europa als Software-Kolonie

Beitrag von Peter Liebert-Adelt » 18.02.2018, 12:12

Mein grosser Dank geht an Willi!

Der hat mir im letzten Jahr beim ZX-TEAM-Treffen in Mahlerts XUBUNTU-Linux schmackhaft gemacht.
Nach einigen holprigen Anfangsproblemchen nutze ich es jetzt sehr gerne und entdecke immer mehr Anwendungen, die für meinen Geschmack sogar schöner als die alten Win-Programme funktionieren.
Noch bin ich nicht ganz durch und traue mich z.B. noch nicht, InDesign gänzlich durch Scribus zu ersetzen.

Ein kleiner Schritt immerhin ist getan.

Peter
--
In a world without walls and fences, who needs windows and gates? :wink:
Zuletzt geändert von Peter Liebert-Adelt am 19.02.2018, 09:56, insgesamt 1-mal geändert.

Benutzeravatar
PokeMon
User
Beiträge: 4706
Registriert: 31.08.2011, 23:41

Re: TV-Tipp: Das Microsoft-Dilemma Europa als Software-Kolonie

Beitrag von PokeMon » 18.02.2018, 14:54

Ich werde mir das mal ansehen, vielleicht findet man es auch in der Mediathek.

Wobei Microsoft hier allein die Schuld zu geben ist mir echt zu einfach. Das Thema ist komplex - viele Probleme entstehen gerade dadurch, weil keine Updates durchgeführt werden oder sogar veraltetere Software wie XP genutzt wird. Und immer mit dem einen Argument - Kostengründe. Die Umstellung oder das Upgrade ist zu teuer, bestimmte zertifizierte Produkte (z.B. im Medizinbereich) sind an eine bestimmte Software Version gekoppelt und vieles mehr. Eigentlich ist das Problem hausgemacht.

Ich bin mal gespannt, ob die Reportage das Thema unvoreingenommen beleuchtet. Denn Fehler oder Schwachstellen in Software ist was relativ Normales. Wer versteht schon genau die Tragweite von ein paar hundert Zeilen neuen oder geänderten Code in einem Projekt mit weit mehr als 1 Million Codezeilen ...
Wer seinen Computer ehrt, lebt nicht verkehrt.

Benutzeravatar
msch
User
Beiträge: 3793
Registriert: 05.02.2013, 15:42
Wohnort: Hessen, Rhein-Main-Gebiet

Re: TV-Tipp: Das Microsoft-Dilemma Europa als Software-Kolonie

Beitrag von msch » 20.02.2018, 00:14

http://www.ardmediathek.de/tv/Reportage ... d=50159194

Also ich fand den Beitrag im Grossen und Ganzen gut.

Ergänzend dazu:

Europas fatale Abhängigkeit von Microsoft (von Harald Schumann, Tagesspiegel) - darauf basiert der Filmbeitrag:
http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/ ... 6-all.html

Das Microsoft-Dilemma: Windows 10 und Office in Behörden
https://www.heise.de/ct/artikel/Das-Mic ... 70996.html

Behörden ignorieren Sicherheitsbedenken gegenüber Windows 10
https://www.heise.de/newsticker/meldung ... 71133.html
manche meinen lechts und rinks kann man nicht velwechsern.
werch ein illtum! (lichtung, Ernst Jandl)

Benutzeravatar
PokeMon
User
Beiträge: 4706
Registriert: 31.08.2011, 23:41

Re: TV-Tipp: Das Microsoft-Dilemma Europa als Software-Kolonie

Beitrag von PokeMon » 22.02.2018, 14:31

Ich habe den Beitrag auch gesehen - verstehe aber nicht was Microsoft damit zu tun hat. Das ist Jammern auf ganz großem Niveau. Software auf Basis von Microsoft einzusetzen ist ja freiwillig. Es gab und gibt ja auch Alternativen, Unix und Mac OS. Die Lizenzpreise von Microsoft sind völlig legitim und nachvollziehbar. Und das weiss ja jeder im voraus, was es kostet.

Man könnte ja auch Geld in die Hand nehmen und Software neu programmieren lassen. Das wäre durchaus machbar und wenn sich alle Kommunen zusammentun auch finanzierbar. Dann geht das Geld halt nicht an Microsoft sondern an Anwendungsprogrammierer. Die Abhängigkeit bleibt aber - ich verstehe daher nicht den Sinn. Ganz im Gegenteil, wenn Firma X pleite macht und die einen großen Softwarebestand haben und die Software dann nicht mehr wartbar ist, könnte das noch viel ärgerlicher sein als Microsoft. Die sind zumindest zuverlässig und haben eine Größe, die eine Pleite sehr unwahrscheinlich sein lässt. Größe hat auch Vorteile. Wie jede Medaille zwei Seiten hat.

Eigentlich wird Microsoft nur angeprangert, weil sie angeblich viel Geld verdienen. Wobei rund 200 EUR Lizenzkosten pro Jahr und Arbeitsplatz doch vollkommen vertretbar sind. Das sind 16 EUR und ein paar Zerquetschte im Monat - who cares ? Wenn ein ineffizienter Mitarbeiter davor sitzt (was in der öffentlichen Verwaltung nicht selten ist) kostet der ein Vielfaches davon allein an Raucher- und Kaffeepausen.

Was die Gründe für den Umstieg betrifft sind die zitierten Fälle vollkommen unpassend wenn es um Security geht. Natürlich gibt es Bugs. Die werden auch behoben und die gibt es bei anderen Unternehmen auch. Wenn ich das hier lese, kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Die Einstellung des Support für WIN XP kam auch völlig überraschend mit mehreren (fast 10 Jahren) Vorlaufzeit der Ankündigung. Wenn die Deppen nicht handeln, sind sie doch selbst Schuld.
Wie weit das geht, zeigte sich, als Microsoft Ende 2014 die Lieferung von Sicherheits-Updates für die Version „Windows XP“ einstellte. Plötzlich sahen sich staatliche Institutionen quer durch Europa gezwungen, teure Service-Verträge mit dem Konzern abzuschließen, damit dieser weiterhin Sicherheitslücken in seinem alten Programm schließt. Die britische Regierung zahlte 6,5 Millionen Euro, nur um noch ein Jahr Zeit für die Anpassung ihrer Rechner an „Windows 7“ zu bekommen. Auch die Niederlande sowie Niedersachsen und Berlin zahlten mehrere Millionen Euro für die Verlängerung. „Das Gleiche geschah überall in Europa“, bestätigte ein Experte der EU-Kommission. In drei Jahren droht die Fortsetzung der Misere. Dann enden auch die Updates für „Windows 7“.
Naja und was Abhängigkeiten angeht - die entwickeln sich grundsätzlich gegenseitig. Denn natürlich ist nicht nur Europa von Microsoft abhängig sondern auch Microsoft von Europa, wenn es hier im Jahr mehrere Milliarden Lizenzerlöse erwirtschaftet.

Was das Thema Open Source angeht, wird das völlig überschätzt und die am Anfang des Videos gezeigten Beispiele wie sich Quellcode und Binärcode unterscheiden. Dass Software Experten Quellcode viel einfacher verstehen und nachvollziehen können, mag für kleine Programme ja noch gelten. Aber es gibt sicherlich keinen Experten, der den Quellcode von WIN X oder OS X 11/12 oder ein Linux Derivat in der Gänze nachvollziehen und verstehen kann. Dafür ist ein Menschenleben einfach zu kurz. Und Seiteneffekte zwischen verschiedenen Modulen auf Source Code Basis mit mehreren 10.000 oder 100.000 Zeilen abzuschätzen ist abenteuerlich. Das kann man nicht mit einem 3-Zeiler Hello World untermauern, das ist total unseriös.

Nehmen wir mal den Bug bei OpenSSL. Das ist doch Open Source. Warum blieb der solange unentdeckt, wenn das alles so einfach ist ? Und was ist jetzt mit Meltdown und Spectre, den Prozessor Hardware Bugs ? Kein Wort darüber. Weils offenbar nicht in die Recherchen passt. Mag sein, dass Harald Schumacher die wirtschaftlichen Themen versteht - von Technik hat er ganz sicher zu wenig Ahnung für diese Dokumentation. Oder er hätte den Part weglassen sollen. Und es ist völlig legitim den Source Code nicht in Gänze freizugeben. Auch hier übersieht Schumacher ganz offenbar, dass der Quellcode doch auch den Hackern sehr viel mehr nutzen würde und das dem Grundproblem überhaupt nicht gerecht wird.

Als Fazit kann ich nur sagen, Bill Gates hat im Grunde alles richtig gemacht und der Erfolg gibt ihm doch Recht.
Und was ich von dem letzten Satz halten soll, weiß ich auch nicht:
China macht sich unabhängig. Was tut Europa?
Also China verfolgt ein ganz anderes Programm. Da geht es um Unterdrückung und Überwachung der Bevölkerung. Da gibt es halt nichts Fertiges in der Schublade. Die können ihre Software aber vielleicht noch an Nordkorea lizenzieren und vielleicht sogar in Teilen an die Türkei. :roll:
Wer seinen Computer ehrt, lebt nicht verkehrt.

Benutzeravatar
msch
User
Beiträge: 3793
Registriert: 05.02.2013, 15:42
Wohnort: Hessen, Rhein-Main-Gebiet

Re: TV-Tipp: Das Microsoft-Dilemma Europa als Software-Kolonie

Beitrag von msch » 22.02.2018, 17:30

Naja, es wurde schon deutlich, mit welchen Methoden Microsoft arbeitet und wie das Unternehmen versucht, sein Quasi-Monopol aufrechtzuerhalten. Die Passagen über die Ausschreibungen, Geheimvereinbarungen etc. sprechen doch Bände. Das große Problem ist doch die Ausnutzung einer Markt beherrschenden Stellung (ahnliches gilt an anderer Stelle für Google und Facebook) und Lobbyismus (gehört aus meiner Sicht unter Strafe gestellt).

Die generelle Kritik teile ich. Die Welt hängt am Tropf einer Firma, dies allerdings ausschließlich Microsoft vorzuwerfen, ist lächerlich.
Wenn wirkliche Alternativen Mangelware sind, ist Microsoft nun wirklich nicht exklusiv dafür verantwortlich.

Erinnern wir uns einmal zurück: nachdem der Ruf nach einem offenen und transparentes Standard-Dateiformat immer lauter wurde, sah sich Microsoft gezwungen, das eigene proprietäre Office-Format (welches nicht offen dokumentiert war) aufzugeben und Office Open XML zu entwickeln. Ein Format, welches übrigens unglaublich komplex ist (mehr als 6000 Seiten Dokumentation).

Inzwischen ist es so, dass in einigen Ländern das von der ISO zertifizierte OpenDocument Format (ODF) für Behörden und Verwaltungen vorgeschrieben ist:

https://de.wikipedia.org/wiki/OpenDocum ... en_Stellen

ODF ist übrigens das Standard-Format von OpenOffice und LibreOffice. Selbst MS Office unterstützt dieses Format inzwischen.
So wird ein Schuh draus, denn hier bestünde z.B. die Wahl, ein anderes Office einzusetzen.

Was Betriebssysteme angeht, gehe ich davon aus, dass es immer weniger relevant sein wird, welches OS man einsetzt. Ich nutze z.B. hauptsächlich den Mac und Linux und habe kein Problem in der täglichen Arbeit. Syncronisierung von Kalender und Kontaktdaten mit dem Smartphone klappen auch über CalDAV und CardDAV, dafür benötigt man kein Exchange / Outlook.

Zukünftig wird viel über Webdienste laufen und das OS der "Remotemaschine" wird zunehmend unbedeutender. Und dann haben wir ganz andere Probleme, weil die Daten dann nicht mehr in unserem Verfügungsbereich liegen.

P.S.: Ja, Bill Gates hat alles richtig gemacht, dass muss man anerkennen.
manche meinen lechts und rinks kann man nicht velwechsern.
werch ein illtum! (lichtung, Ernst Jandl)

Benutzeravatar
PokeMon
User
Beiträge: 4706
Registriert: 31.08.2011, 23:41

Re: TV-Tipp: Das Microsoft-Dilemma Europa als Software-Kolonie

Beitrag von PokeMon » 23.02.2018, 14:34

msch hat geschrieben:
22.02.2018, 17:30
Naja, es wurde schon deutlich, mit welchen Methoden Microsoft arbeitet und wie das Unternehmen versucht, sein Quasi-Monopol aufrechtzuerhalten. Die Passagen über die Ausschreibungen, Geheimvereinbarungen etc. sprechen doch Bände. Das große Problem ist doch die Ausnutzung einer Markt beherrschenden Stellung (ahnliches gilt an anderer Stelle für Google und Facebook) und Lobbyismus (gehört aus meiner Sicht unter Strafe gestellt).
Lobbyismus gibt es überall in Deutschland und Europa. Man muss ja nur mal die Industrie nehmen, Autoindustrie, Energiekonzerne, Lebensmittel, Handel, etc. Ich sehe das aber überhaupt gar nicht so kritisch weil die Politik die Interessen eines Landes vertritt wie z.B. Deutschland. Und zu dem Land gehören nicht nur die Bürger sondern auch insbesondere die Unternehmen, die den Bürgern Arbeitsplätze zur Verfügung stellen und das Bruttosozialprodukt erzeugen. Natürlich gehören die Interessen ausgelotet aber es ist völlig legitim, dass auch die Industrie und der Handel Interessen hat und die Interessen oftmals auch mit den Interessen der Bürger nach Arbeit und Wohlstand korrelieren. Schwarze Schafe gibt es überall, darüber braucht man nicht reden.

Was das Thema marktbeherrschende Stellung betrifft - das ist im Kartellrecht ausreichend geregelt aus meiner Sicht. Man kann doch einem gewachsenen Unternehmen nicht später für den Erfolg bestrafen. Auch Unternehmen haben Rechte, z.B. auf zufiel staatliche Einflussnahme oder gar Enteignung z.B. durch Zerschlagung. Denn es ist klar, dass dadurch der Wert eines Unternehmens auch leidet. Insofern betrachte ich die Einflussnahme des Staates immer sehr differenziert und würde mir an einigen Stellen mehr Zurückhaltung wünschen. Z.B. auch am unsäglichen NetzDG. Das finde ich geradezu abstrus. Sicher keine Glanzleistung der SPD (Heiko Maas) und stellt die Rechtsordnung ein wenig auf den Kopf.

https://www.gesetze-im-internet.de/netz ... 10017.html
Wer seinen Computer ehrt, lebt nicht verkehrt.

ingo
User
Beiträge: 543
Registriert: 01.06.2012, 11:27

Re: TV-Tipp: Das Microsoft-Dilemma Europa als Software-Kolonie

Beitrag von ingo » 23.02.2018, 17:40

PokeMon hat geschrieben:
23.02.2018, 14:34
Was das Thema marktbeherrschende Stellung betrifft - das ist im Kartellrecht ausreichend geregelt aus meiner Sicht.
Ich glaube, wir leben in unterschiedlichen Ländern...
Wenn das Kartellamt seine Aufgabe ernst nehmen würden, hätten vor allem die Einzelhandelsunternehmen in Deutschland nicht eine Stellung, die es Ihnen erlaubt, Lieferanten zu erpressen, Produkte unter dem Herstellungspreis zu verkaufen (Lebensmittel).
Welche Mittel hätte das deutsche Kartellamt gegen ausländische Unternehmen wie MS o.ä.? Wir sollten und dürfen hier keine Diskussion über die Grenzen des Kapitalismus führen aber weniger Staat (im Sinne neoliberaler Politik) brauchen wir eher nicht in Deutschland. Wo das hinführt kann man in den Vereinigten Staaten eindrucksvoll sehen.

Europäische Staaten täten m.E. gut daran, ein eigenes Betriebssystem entwickeln zu lassen bzw. eine derartige Entwicklung zu unterstützen. Das Beispiel Airbus zeigt, daß so etwas funktionieren kann. Ein GPS-Ersatz ist ja auch (mit einiger Verzögerung) auf dem Weg.

Viele Grüße

Ingo.
Man darf die Menschen nicht mit ihren Engsten alleinlassen. (Zitat: Peter Glaser)
Solange es keine Künstliche Dummheit mit ihren jeder Vernunft unzugänglichen taktischen Vorteilen gibt, mache ich mir wegen KI keine Sorgen. (auch Peter Glaser)

Benutzeravatar
msch
User
Beiträge: 3793
Registriert: 05.02.2013, 15:42
Wohnort: Hessen, Rhein-Main-Gebiet

Re: TV-Tipp: Das Microsoft-Dilemma Europa als Software-Kolonie

Beitrag von msch » 01.03.2018, 09:24

Habtr ihr sicher alle mitbekommen:

Sicherheitskreise: Hacker drangen in deutsches Regierungsnetz ein
https://www.heise.de/newsticker/meldung ... 83510.html

Bundesregierung: Hackerangriff auf Regierungsnetz "isoliert und unter Kontrolle"
https://www.heise.de/newsticker/meldung ... 83757.html

Die Aussage "isoliert und unter Kontrolle" finde ich äußerst gewagt. Nach dem Bundestags-Hack 2015 wurden "zentrale Server" ausgetauscht und Softwarekomponenten erneuert. Welche Maßnahmen wohl diesmal ergriffen wurden?

Wetten, dass als Einfallstor für den Angriff Windows-Systeme gedient haben? :mrgreen:

SCNR
manche meinen lechts und rinks kann man nicht velwechsern.
werch ein illtum! (lichtung, Ernst Jandl)

ingo
User
Beiträge: 543
Registriert: 01.06.2012, 11:27

Re: TV-Tipp: Das Microsoft-Dilemma Europa als Software-Kolonie

Beitrag von ingo » 01.03.2018, 09:51

Na das sicherste wäre es doch, wenn man die Politiker austauschen würde gegen solche, für deren Gequatsche sich sowieso keiner interessiert - ach ja, haben wir ja schon getan...
Man darf die Menschen nicht mit ihren Engsten alleinlassen. (Zitat: Peter Glaser)
Solange es keine Künstliche Dummheit mit ihren jeder Vernunft unzugänglichen taktischen Vorteilen gibt, mache ich mir wegen KI keine Sorgen. (auch Peter Glaser)

Benutzeravatar
msch
User
Beiträge: 3793
Registriert: 05.02.2013, 15:42
Wohnort: Hessen, Rhein-Main-Gebiet

Re: TV-Tipp: Das Microsoft-Dilemma Europa als Software-Kolonie

Beitrag von msch » 01.03.2018, 16:40

Bundeshack: "Veritabler Cyberangriff" läuft weiter, Details bleiben vorerst geheim
"Die Regierung versuche, die Attacke unter Kontrolle zu halten"
https://www.heise.de/newsticker/meldung ... 84740.html

Da kann man nur mit dem Kopf schütteln. Selten solch einen Unsinn gehört.

Entweder ist der Angreifer drin, dann soll mir mal jemand erklären, wie man das unter Kontrolle halten will oder es geht "nur" umfortlaufende Angriffe oder Hackversuche von aussen - das sollte man aber ausschließen, wenn die bereits Daten abgezogen haben.
manche meinen lechts und rinks kann man nicht velwechsern.
werch ein illtum! (lichtung, Ernst Jandl)

Benutzeravatar
PokeMon
User
Beiträge: 4706
Registriert: 31.08.2011, 23:41

Re: TV-Tipp: Das Microsoft-Dilemma Europa als Software-Kolonie

Beitrag von PokeMon » 01.03.2018, 22:19

ingo hat geschrieben:
23.02.2018, 17:40
Wenn das Kartellamt seine Aufgabe ernst nehmen würden, hätten vor allem die Einzelhandelsunternehmen in Deutschland nicht eine Stellung, die es Ihnen erlaubt, Lieferanten zu erpressen, Produkte unter dem Herstellungspreis zu verkaufen (Lebensmittel).
Naja das nennt sich freie Marktwirtschaft. Und es geht längst nicht nur um Preise sondern auch die Listings von Produkten im Handel werden in Teilen erkauft. Also dass ein Produkt überhaupt gelistet wird oder zu welchem Preis es angeboten werden muss. Aber solange es Alternativen gibt (andere Supermarkt Ketten) liegt es im Ermessen der beteiligten Unternehmen. In Grenzfällen gibt es auch Rechtsmittel wie Kontrahierungszwang mit marktbeherrschenden Unternehmen.

Der Klassiker ist hier z.B. die Telekom, die ein eigenes Leitungsnetz betreibt und eben auch zu marktüblichen Konditionen anderen Netzbetreibern Zugang gewähren müssen. Das gibt es aber auch in weniger bekannten Bereichen. Auch gerade im Bereich der Patente ist das geregelt, dass Unternehmen anderen Unternehmen die Nutzung eines wichtigen Patents zu üblichen Lizenzierungsmodellen anbieten müssen. Auch da kann Apple z.B. die Nutzung eines solchen Patents einem lästigen Wettbewerber nicht generell untersagen.

ingo hat geschrieben:
23.02.2018, 17:40
Welche Mittel hätte das deutsche Kartellamt gegen ausländische Unternehmen wie MS o.ä.?
Naja - es gibt ja auch das europäische Kartellamt (ECN). Die Frage ist, warum man hier gegen MS generell vorgehen muss. Ich sehe hier keinen Handlungsbedarf. Der Einsatz von WIN ist doch freiwillig. Nur weil ein Unternehmen viele Kunden hat, ist das wettbewerbsrechtlich nicht generell ein Problem. Es gibt ja Alternativen.

Staatliche Kontrolle ist an vielen Stellen kontraproduktiv bis schädlich. Alleine schon deshalb, weil der Staat sehr träge ist im Gegensatz zu der freien Marktwirtschaft. Man muss hier aufpassen, dass man die eigenen Unternehmen nicht übermäßig behindert, weil dann Deutschland nicht mehr wettbewerbsfähig ist mit anderen europäischen Staaten oder Europa nicht mit USA, China, etc. Vorschnelles Handeln und Einengen wird hier schnell zum Bumerang. Politiker sind keine Unternehmer.
Wer seinen Computer ehrt, lebt nicht verkehrt.

Benutzeravatar
msch
User
Beiträge: 3793
Registriert: 05.02.2013, 15:42
Wohnort: Hessen, Rhein-Main-Gebiet

Re: TV-Tipp: Das Microsoft-Dilemma Europa als Software-Kolonie

Beitrag von msch » 02.03.2018, 10:03

Freie Marktwirtschaft ist ja schön und gut, allerdings reguliert sich der Markt in vielen Bereichen eben nicht mehr so, wie man sich das als Verbraucher wünschen würde.

In Zeiten zunehmender Konzentration auf wenige Anbieter steigt die Gefahr der Monopolisierung und wie wir aus den zahlreichen Kartellverfahren gelernt haben, werden Preise und Angebot zu Lasten der Verbraucher verändert, es werden (illegale) geheime Absprachen zu Lasten der Kunden getroffen.

Und was Windows angeht: Microsoft hat zweifelsfrei eine marktbeherrschende Stellung. Wie wir an Internet Explorer und Mediaplayer gesehen haben, wurde dem erst ein Ende gesetzt, nachdem Microsoft zu Millionenstrafen verdonnert wurde - nur so verlor der IE seine marktbeherrschende Stellung, die er ausschließlich dadurch erreichte, dass er der Standardbrowser bei Windows war und nicht dadurch, dass er technologisch den Wettbewerbern überlegen war.
manche meinen lechts und rinks kann man nicht velwechsern.
werch ein illtum! (lichtung, Ernst Jandl)

Benutzeravatar
siggi
User
Beiträge: 2362
Registriert: 06.12.2005, 08:34
Wohnort: D, Hessen, tiefste Werreraa
Kontaktdaten:

Re: TV-Tipp: Das Microsoft-Dilemma Europa als Software-Kolonie

Beitrag von siggi » 02.03.2018, 14:11

msch hat geschrieben:
01.03.2018, 16:40
Bundeshack: "Veritabler Cyberangriff" läuft weiter, Details bleiben vorerst geheim
Bild

:mrgreen:
Mein ZX81-Web-Server: online seit 2007
http://zx81-siggi.endoftheinternet.org/index.html

Benutzeravatar
PokeMon
User
Beiträge: 4706
Registriert: 31.08.2011, 23:41

Re: TV-Tipp: Das Microsoft-Dilemma Europa als Software-Kolonie

Beitrag von PokeMon » 02.03.2018, 18:37

msch hat geschrieben:
02.03.2018, 10:03
Freie Marktwirtschaft ist ja schön und gut, allerdings reguliert sich der Markt in vielen Bereichen eben nicht mehr so, wie man sich das als Verbraucher wünschen würde.
Na das Leben ist ja auch kein Wunschkonzert. :wink:

Und was die marktbeherrschende Stellung von Microsoft betrifft - die hat sie nur in Teilbereichen. Nur bei WIN Usern ist sie Marktführer. Apple User interessieren sich einen Scheiss für Microsoft und hier hat Microsoft sicher keinen großen Einfluss. WIN Ist im Grunde ein Nischenmarkt, wenn auch ein großer. Aber es gibt ja Alternativen.

Wenn ich ein Telekom Kunde bin und lieber mit einem Wettbewerber einen Telefonanschluss möchte, kann ich das nicht selbst tun. Hier muss die Telekom dem Wettbewerber die Nutzung der letzen Meile ermöglichen. Aber was den eigenen Rechner angeht, da braucht der Kunde nur neu Partitionieren und eine LINUX CD einlegen. That's it. Mag sein, dass seine Programme nicht mehr laufen und es einige Programme für LINUX so nicht gibt. Das ist aber doch nicht das Problem von Microsoft, wenn die Software Hersteller ihre Spezialprogramme nur für WIN programmieren. Wenn müsste man die SW Hersteller verpflichten, auch die anderen Betriebssystem zu unterstützen.

Vielleicht wird's einigen hier jetzt klarer. Man kann einen Markt nicht lenken, schon gar nicht politisch. Verbote sind selten erfolgversprechend. Möchte jemand vielleicht ein vom BSI programmiertes Betriebssystem ? So wie in China ? Mit eingebauten staatlichen Abhörtrojanern ? Verbraucher können sowieso nicht so wie Unternehmer denken und handeln. Deswegen sind es ja auch nur Verbraucher. Man muss aber bei solchen Fragen mal einen Schritt zurückgehen und das ganze Bild betrachten und nicht nur einen Ausschnitt und schon gar nicht immer nur aus der Sicht eines Verbrauchers. Die bei uns sowieso zu viel gepampert werden aus meiner Sicht. Ein Haufen Jammerlappen. :mrgreen:

Und was das mit dem Browser angeht - das war wirklich witzig damals. Keine Ahnung wer das initiiert hat - Verbraucherschützer oder Wettbewerber. Aber im Grunde ein völlig unbedeutender Nebenkriegsschauplatz. Die Aktion hat an den Marktanteilen von Microsoft NICHTS aber auch GAR NICHTS geändert. Der IE war sowieso eine Virenschleuder und technisch nicht besonders anspruchsvoll realisiert. Da hätten sich Wettbewerber auch ganz sicher anders durchsetzen können. Eigentlich fand ich das von der EU eine große Lachnummer und ich bin mir sicher auch in Redmond haben sie sich köstlich amüsiert in den Vorstandsetagen.

Sollen sie doch Windows verbieten, dann ist Europa aber ganz schnell an die Wand gefahren. Wer WIN nicht will muss umsteigen. Das betrifft die Verbraucher, die Unternehmen und auch die Behörden. Wenn die das nicht auf die Kette kriegen, ist das doch nicht das Problem von Microsoft ???

Die sollen sich lieber mal darum kümmern, dass die amerikanischen Grosskonzerne in Europa angemessene Steuern zahlen. Das wäre viel wichtiger. Oder sie versuchen das Geld über Strafen zu erwirtschaften. Auch eine Möglichkeit. Ob Steuern oder Strafen ist im Grunde auch egal. Es sind halt Ausgaben der Unternehmen. :P
Wer seinen Computer ehrt, lebt nicht verkehrt.

ingo
User
Beiträge: 543
Registriert: 01.06.2012, 11:27

Re: TV-Tipp: Das Microsoft-Dilemma Europa als Software-Kolonie

Beitrag von ingo » 02.03.2018, 18:50

Ich glaube ich ziehe mich hier lieber raus und tinke einen ...
Man darf die Menschen nicht mit ihren Engsten alleinlassen. (Zitat: Peter Glaser)
Solange es keine Künstliche Dummheit mit ihren jeder Vernunft unzugänglichen taktischen Vorteilen gibt, mache ich mir wegen KI keine Sorgen. (auch Peter Glaser)

Benutzeravatar
msch
User
Beiträge: 3793
Registriert: 05.02.2013, 15:42
Wohnort: Hessen, Rhein-Main-Gebiet

Re: TV-Tipp: Das Microsoft-Dilemma Europa als Software-Kolonie

Beitrag von msch » 02.03.2018, 18:52

Zwei Anmerkungen: warum ist Win ein Nischenmarkt? Der Anteil auf dem Desktop dürfte bei rund 90 Prozent liegen.
Was den Browser angeht, ging es darum, anderen Browserherstellern überhaupt erstmal eine Chance zu geben, weil der IE vorinstallierter Standardbrowser war, der zudem eng mit dem OS verknüpft war, was zu einem Marktanteil,von 90 Prozent geführt hatte. Das war vorher anderes (erinnern wir uns noch an Mosaic und Netscape) und durch das Browserauswahlfenster hat sich das auch signifikant geändert. Bis dann die 5-Jahresvereinbarung mit der EU auslief und zudem Google mit Chrome in den Markt trat und über die Omnipräsenz durch die Suchmaschine diesen Browser in Position bringen konnte (wer die Google-Startseite öffnete, bekam zwangsweise die Chromedownloadaufforderung).

Im übrigens hat sich Microsoft nicht totgelacht, sondern alles daran gesetzt, Netscape zu bekämpfen, da man darin eine Gefahr für Windows auf dem Desktop sah. Siehe auch
https://de.wikipedia.org/wiki/Browserkrieg

P.S.: ein vom BSI programmiertes OS? Nein danke, die haben ja ihren eigenen Laden nicht im Griff.
manche meinen lechts und rinks kann man nicht velwechsern.
werch ein illtum! (lichtung, Ernst Jandl)

Kai
User
Beiträge: 422
Registriert: 19.04.2005, 20:46

Re: TV-Tipp: Das Microsoft-Dilemma Europa als Software-Kolonie

Beitrag von Kai » 02.03.2018, 20:41

Privat tut es bei mir ein Altrechner mit Athlon X2 irgendwas zusammen mit einem Suse 11.3.
Im Büro sieht es bei uns Bauingenieuren leider sehr trostlos aus. Da haben wir anwenderseitig sowieso keine Alternative zu Windows. Die übrige Softwareausstattung bekommt man von den Auftraggebern mehr oder weniger vorgeschrieben. Friß das oder stirb. Über den Ärger, den wir damit haben, könnte ich Bücher schreiben. Immerhin sind wir bei Autodesk inzwischen sehr bekannt und dürfen sogar zu Veranstaltungen, an denen normalerweise nur die IT Heinis (tut mir leid, aber so spricht man in Anwenderkreisen über euch, und das bestimmte Gründe ...) teilnehmen. Aber gebessert hat sich dadurch trotzdem nichts.
Ich würde sonstwas dafür geben, wenn es hier einen echten freien Markt gäbe. Aber davon sind wir meilenweit weg und fahren immer noch mit Höchstgeschwindigkeit in die falsche Richtung.

Benutzeravatar
Paul
User
Beiträge: 2757
Registriert: 10.03.2010, 12:01
Wohnort: Germanys west end

Re: TV-Tipp: Das Microsoft-Dilemma Europa als Software-Kolonie

Beitrag von Paul » 02.03.2018, 21:06

siggi hat geschrieben:
02.03.2018, 14:11

Bild

:mrgreen:
Regierung! So ein Quatsch. Wir haben doch gar keine Regierung. Was nicht existiert kann nicht angegriffen werden und braucht daher auch nicht geschützt werden :mrgreen:
Theoretisch ist zwischen Theorie und Praxis kein Unterschied.
Praktisch allerdings wohl.

Benutzeravatar
msch
User
Beiträge: 3793
Registriert: 05.02.2013, 15:42
Wohnort: Hessen, Rhein-Main-Gebiet

Re: TV-Tipp: Das Microsoft-Dilemma Europa als Software-Kolonie

Beitrag von msch » 24.03.2018, 15:02

Microsoft vs. DSGVO:

Landes-Datenschutzaufsicht: Microsoft muss Datenübertragung in Windows 10 abschalten

https://www.heise.de/newsticker/meldung ... 03291.html
manche meinen lechts und rinks kann man nicht velwechsern.
werch ein illtum! (lichtung, Ernst Jandl)

Benutzeravatar
PokeMon
User
Beiträge: 4706
Registriert: 31.08.2011, 23:41

Re: TV-Tipp: Das Microsoft-Dilemma Europa als Software-Kolonie

Beitrag von PokeMon » 24.03.2018, 23:12

msch hat geschrieben:
24.03.2018, 15:02
Landes-Datenschutzaufsicht: Microsoft muss Datenübertragung in Windows 10 abschalten
Super - dann arbeiten jetzt alle wieder offline mit Disketten. Oder USB Sticks. :mrgreen: :lol:

Ich frage mich immer, was die Leute für einen Aufhebens machen wegen der paar Daten. Wo die Leute alles in Facebook reinhacken und jede Menge private Fotos in Instagram reinsetzen oder öffentliche Meinungsbekundungen über Twitter kundtun. Welche Daten sollen denn da eigentlich noch geschützt werden ? Wo extrem detaillierte Persönlichkeitsprofile in Facebook existieren (die jeder Werbekunde nutzen kann). Die Likes sind ja nur die Spitze des Eisbergs, selbst bei Werbeanzeigen kann man feststellen, wie schnell man weiterscrollt, wie lange man draufguckt ob's nicht doch ein interessantes Katzenvideo sein könnte, ob man nochmal kurz zurückscrollt.

Das alles im Rahmen der DSGVO weil der Nutzer dem allem zugestimmt hat und weil die Daten erforderlich sind, um dem Kunden die gewünschte personalisierte Werbung anbieten zu können. Steht im Grunde alles so in AGBs. Dagegen ist Microsoft ein Waisenknabe.

Das Thema Datenschutz verselbständigt sich leider bei den öffentlichen Stellen. Die denken immer noch in Kategorien der 80er. Wie soll denn ein Anwender wissen, welcher Datenübertragungsteil wichtig ist und welcher nicht und wie soll Microsoft zu seinen Produkten eigentlich Support bieten ? Wenn die das wirklich so durchziehen wollen, sehe ich 2 Szenarien.

1. Support gibt es nur noch wenn der Kunde die Datenübertragung freigibt. Alles oder nichts.
2. Support gibt es für WIN10 nur noch kostenpflichtig resp. die Kosten für den Support steigen wenn der Aufwand für Microsoft höher ist.

Damit hat eigentlich nur zur Folge, dass durch den massiven Einsatz der Datenschützer es für Privatkunden, Businesskunden und Behörden teurer wird. Es ist doch wohl sonnenklar, dass einer die Zeche zahlen muss. Und das ist sicher nicht der Wirt. Aber so weit denken die sicher nicht. Datenschutz kann man nicht verordnen sondern der Kunde muss Datenschutz wollen. So herum wird ein Schuh daraus. Und so wie soziale Medien genutzt werden, wollen die Kunden keinen Datenschutz. Bis auf wenige Ausnahmen.

Ich kann auch nicht die Euphorie der ct teilen, dass jetzt alles besser wird mit dem neuen DSGVO. Das ist genauso kontraproduktiv wie das Netzwerkdurchsetzungsgesetz. Naja kommt ja auch beides aus der gleichen Feder, Heiko Maas.
Wer seinen Computer ehrt, lebt nicht verkehrt.

Benutzeravatar
msch
User
Beiträge: 3793
Registriert: 05.02.2013, 15:42
Wohnort: Hessen, Rhein-Main-Gebiet

Re: TV-Tipp: Das Microsoft-Dilemma Europa als Software-Kolonie

Beitrag von msch » 25.03.2018, 07:48

Was spricht denn dagegen, dass Microsoft offenlegt, welche Daten an deren Server übertragen werden?
manche meinen lechts und rinks kann man nicht velwechsern.
werch ein illtum! (lichtung, Ernst Jandl)

Benutzeravatar
siggi
User
Beiträge: 2362
Registriert: 06.12.2005, 08:34
Wohnort: D, Hessen, tiefste Werreraa
Kontaktdaten:

Re: TV-Tipp: Das Microsoft-Dilemma Europa als Software-Kolonie

Beitrag von siggi » 25.03.2018, 09:10

msch hat geschrieben:
25.03.2018, 07:48
Was spricht denn dagegen, dass Microsoft offenlegt, welche Daten an deren Server übertragen werden?
NSA?
:roll:
Mein ZX81-Web-Server: online seit 2007
http://zx81-siggi.endoftheinternet.org/index.html

Benutzeravatar
PokeMon
User
Beiträge: 4706
Registriert: 31.08.2011, 23:41

Re: TV-Tipp: Das Microsoft-Dilemma Europa als Software-Kolonie

Beitrag von PokeMon » 25.03.2018, 14:58

msch hat geschrieben:
25.03.2018, 07:48
Was spricht denn dagegen, dass Microsoft offenlegt, welche Daten an deren Server übertragen werden?
Sowas nennt man Geschäftsgeheimnisse. Oder auch Security Gründe. Haben Schufa und andere Scoring Systeme auch. Die legen auch nicht offen, wie sich ein Scoringwert errechnet.

Was die DSGVO betrifft - das ist ja eine europäische Norm. Da hat Heiko Maas gar nicht direkt seine Hand im Spiel gehabt aber die drakonischen Strafen lesen sich genau so wie im NetzDG.

Nochmal kurz zu den Browsern: Man muss schon naiv sein, um den Wettbewerbern von MS zu unterstellen, sie hätte nur Gutes im Schilde. Warum es darum sowas wie einen Krieg gab, liegt einzig und allein in der massiven Flut von Daten, die ein Browser über den Nutzer sammelt. Wer jetzt um alles in der Welt entwickelt also einen unabhängigen Browser, der keine Daten sammelt, aus rein altruistischen Motiven ? Selbst Mozilla finanziert sich aus Zuwendungen großer Unternehmen wie nicht zuletzt Google, die als Suchmaschine voreingestellt wird. Oder in anderen Ländern andere Suchmaschinen.

Unsere damalige Firma war übrigens auch Partner von Netscape oder auch E-Plus. Es ging aber einzig um Alleinstellungsmerkmale, interessanten Content und um Nutzungsgebühren und Provisionen. Die Geschäftsmodelle sind am Ende viel banaler als der Konsument denkt. Wenn ich nur an die Payback Kooperation denke, graut es mir heute noch. Das ist der Grund warum ich aus Überzeugung kein Bonus System nutze. Weder beim Einkaufen, noch beim Tanken oder sonstwo.

Wer glaubt also im Ernst, dass der Browserkrieg Unabhängigkeit gebracht hätte und großen Nutzen für Endanwender ? Eines muss man zu Gute halten, die Konkurrenzprodukte waren wesentlich sicherer und weniger fehleranfällig. Aber sonst hat es nicht viel gebracht, schon gar nicht in Sachen Unabhängigkeit und Datenschutz. Google ist heute stärker denn je und vermutlich stärker als wenn MS die Herrschaft über den IE behalten hätte.

Man kann einen Markt nicht über staatliche Kontrolle wirksam lenken. Außer man geht so weit, wie z.B. China. Das wünsche ich uns aber nun wirklich nicht. Wie auch bei Zeitreisen lassen sich die Folgen von Eingriffen nur äußerst schwer abschätzen. Deshalb ist es so gefährlich. Zügelt man den einen Drachen, wird der andere plötzlich größer. Am Besten man lässt die Drachen sich gegenseitig in Schach halten.
Wer seinen Computer ehrt, lebt nicht verkehrt.

Benutzeravatar
msch
User
Beiträge: 3793
Registriert: 05.02.2013, 15:42
Wohnort: Hessen, Rhein-Main-Gebiet

Re: TV-Tipp: Das Microsoft-Dilemma Europa als Software-Kolonie

Beitrag von msch » 25.03.2018, 17:23

PokeMon hat geschrieben:
25.03.2018, 14:58
msch hat geschrieben:
25.03.2018, 07:48
Was spricht denn dagegen, dass Microsoft offenlegt, welche Daten an deren Server übertragen werden?
Sowas nennt man Geschäftsgeheimnisse. Oder auch Security Gründe.
Ich glaube, da machst Du es Dir zu einfach.

Wenn Daten von meinem Computer irgenwohin übertragen werden, geht mich das etwas an, Geschäftsgeheimnisse hin oder her.

Solange ich das nicht vollumfänglich nachvollziehen kann, gibt es für mich nur eine Konsequenz: ich lasse den Abfluss von Daten erst gar nicht zu. Das ist auch der Grund, warum ich auf meinen Macs Little Snitch einsetze und grundsätzlich erstmal jeden ausgehenden Datenverkehr unterbinde. Vergleichbare Software gibt es auch für Windows (GlasWire, ZoneAlarm).

Das kann ich übrigens nur empfehlen, ihr werdet Euch wundern, was da so alles raussenden will...

Edit: Tippfehler korrigiert.
Zuletzt geändert von msch am 25.03.2018, 18:15, insgesamt 1-mal geändert.
manche meinen lechts und rinks kann man nicht velwechsern.
werch ein illtum! (lichtung, Ernst Jandl)

Antworten